Elber warnt vfb: „bayerns angriff löst schon vor anpfiff migräne aus“

Giovane Elber lacht, aber es ist das Lachen eines Mannes, der weiß, wovon er spricht. „Die Gegner bekommen vor dem ersten Pfiff Kopfschmerzen“, sagt der Brasilianer, der das Pokalfinale zwischen Bayern München und Stuttgart wie kein Zweiter kennt. Er trug beine Trikots, schoss für beide Klubs Tore, wurde zum Idol – und weiß deshalb: Die Schwaben haben heute Abend eine Rechnung offen. Doch sie haben auch ein Problem.

Ein trio, das man nicht ausschalten kann

Elber spricht von Harry Kane, Michael Olise und Jamal Musiala. Drei Namen, die in den Kabinen der Bundesliga mittlerweile für kalte Schweißausbrüche sorgen. „Die Jungs sind besser als wir damals“, sagt er und meint das nicht als nette Floskel. Er spielte mit Papin, mit Klinsmann, später bewunderte er Lewandowski. Aber das, was er heute bei den Münchnern sieht, übertrifft seine eigenen Erinnerungen. „Du kannst Olise markieren – und auf einmal kommt Díaz. Du rückst auf Díaz – und Kane steht frei. Das ist kein Schach, das ist Roulette.“

Die Zahlen sprechen für ihn: 132 Tore in 43 Pflichtspielen. Bayern ist nicht nur Erster, Bayern ist ein Lauffeuer. Und Stuttgart? „Die spielen mutig, sie haben nichts zu verlieren“, sagt Elber. „Aber sie werden nicht hinten stehen und warten. Das ist nicht ihre DNA. Und deshalb wird es Tore geben. Viele.“

Ein finale, das seine eigene geschichte erzählt

Ein finale, das seine eigene geschichte erzählt

1994 kam Elber nach Stuttgart. Joachim Löw gab ihm das Vertrauen, Balakow, Bobic und Valencia lieferten den Glamour. Mayer-Vorfelder saß im Vorstand, die Fans sangen „Ei, ei, ei, Giovane Elber!“. Drei Jahre später holten Matthäus und Rummenigge ihn nach München. „Lothar rief mich an. Er sagte: ‚Komm, wir machen dich groß.‘“ Unter Trapattoni und Hitzfeld wurde er zum Publikumsliebhaber. 133 Treffer in 266 Spielen. Ein Leben zwischen zwei Welten – und heute zwischen zwei Seelen.

„Ich will, dass Stuttgart gewinnt. Aber ich weiß, was Bayern kann.“ Er erzählt von einem Gespräch mit Oliver Kahn, vor zwei Wochen, im Trainingslager in Doha. „Er sagte: ‚Wir haben dieses Jahr etwas Besonderes. Nicht nur Qualität – wir haben Hunger.‘“ Elber nickte. Er sah die Einheiten, sah Kane, wie er nach jedem Tor nochmal nachlegt, sah Olise, wie er mit links und rechts zaubert, sah Musiala, wie er aus dem Stand beschleunigt wie ein Motorrad.

Und er sah Stuttgart, wie sie gegen Leverkusen drehen, gegen Leipzig dominieren, gegen Frankfurt ausrasten. „Die Jungs um Guirassy und Undav glauben fest daran. Aber sie müssen früh treffen. Wenn Bayern führt, ist es wie ein Strudel. Du kommst nicht mehr raus.“

Die wahrheit liegt im kopf

Die wahrheit liegt im kopf

Elber kennt die Psychologie dieser Spiele. „Beim Aufwärmen schaust du rüber. Da steht Kane, lächelt. Olise tanzt mit dem Ball. Musiala wirbelt. Und du denkst: Wie zur Hölle sollen wir das stoppen?“ Genau diese Frage wird heute Abend die Stuttgarter Abwehr beschäftigen. Und Elber wird auf der Tribüne sitzen, zwischen zwei Herzen. „Am Ende zählt nur eins: Wer die Nerven behält, trägt den Pokal.“

Er glaubt an ein Spektakel. „Nicht weil ich bayerisch bin. Sondern weil beide Teams nicht anders können.“ 90 Minuten, vielleicht 120, vielleicht Elfmeter. „Und wenn der Schiri abpfeift, weiß einer ganz genau, wer gewonnen hat: der Fußball.“