Lenz hächler jagt das triple: schweizer dominiert europacup-finale

Lenz Hächler kann Geschichte schreiben. Bevor die Ski-Weltelite nach Méribel abfährt, um den Saison-Endspurt einzuläuten, schraubt der 22-jährige Zuger im Europacup an seinem eigenen Meisterstück. Drei Titel, vier Rennen, ein Ziel: komplette Dominanz.

Super-g-pleite für die konkurrenz

Hächler führt die Super-G-Wertung mit 511 Punkten an – ein Polster von 257 Zählern vor Manuel Traninger. Theoretisch könnte er sich beim Finale in Berchtesgaden schon nach der ersten Abfahrt den Disziplin-Sieg sichern. Die Devise lautet: Risiko minimieren, Präzision maximieren. Der Fixplatz für den Weltcup ist längst sicher, jetzt geht es um die Aura des Unschlagbaren.

Doch die Schweiz liefert nicht nur einen Superstar. Auch Sandro Zurbrügg ist im Riesenslalom mit 501 Punkten kaum mehr einzuholen. Ein vierter Platz reicht dem Berner, um die Kristall-Kugel in der zweiten Liga zu gewinnen. Swiss-Ski winken damit zwei Fixstartplätze – ein Luxus, den sich selbst die Alpin-Großmacht Österreich nur in Ausnahmejahren leistet.

Slalom-poker mit offenen karten

Slalom-poker mit offenen karten

Tommaso Saccardi, August Aulnette, Hans Grahl-Madsen, Hugo Desgrippes, Jakob Greber – fünf Namen, 20 Punkte Differenz. Der Slalom vor der Zugspitze wird zur Glücks-Roulette-Scheibe. Wer zulegt, fliegt ins Weltcup-Team; wer stolpert, landet im gleißenden Licht der Zweifel. Sandro Simonet ist Außenseiter, doch er kennt das Druckkochtopf-Feeling: 2019 schaffte er den Sprung von Platz acht aufs Podest – mit einem Sieg beim Finale.

Der Blick auf die Gesamtwertung verrät: Hächler liegt mit 824 Punkten vorn, Grahl-Madsen folgt mit 718. Selbst wenn der Norweger alles gewinnt, müsste Hächler zweimal außerhalb der Top-30 landen, um die Trophäe noch zu verlieren. Kurz: Die Chance, dass die Schweiz zum ersten Mal seit 2008 wieder einen Gesamtcup-Gewinner stellt, steht bei 97 Prozent – exakt die Wahrscheinlichkeit, mit der Ken Caillot den Abfahrts-Titel holt.

Endspiel mit nachhall

Endspiel mit nachhall

Während die Junioren in Hafjell um Edelmetall kämpfen, versteckt sich hinter den Europacurves ein Mikrokosmos aus Hoffnung und Existenzangst. Für Athleten wie Sandro Manser ist der Fixstartplatz der Fluchtweg aus der Leidenszone zwischen Nationalem Kader und Weltcup-Startrecht. „Es ist mega schwierig, reinzukommen“, sagte er vor der Junioren-WM. Mit 318 Punkten hinter Caillot fehlt ihm die Mathe-Variante; mit einem Sieg wäre die Qual endgültig vorbei.

Die Batterien sind geladen, die Nerven blank. Vom 20. bis 25. März entscheidet sich, wer im nächsten Winter im roten WM-Käfig steht – und wer die bittere Zweitklass-Realität weiter erträgt. Die Uhr tickt. Die Skispuren in Berchtesgaden trocknen schnell. Und Lenz Hächler? Der schwingt sich längst zum nächsten Kapitel auf: „Wenn der Gesamtsieg drin ist, nehme ich ihn mit.“ Keine Rhetorik, kein Pathos – nur ein Fakt, der am Sonntagabend schwarz auf weiß in der FIS-Datenbank stehen wird.