Leao fliegt nach lissabon – milans hoffnung ruht auf einem adduktor

Rafael Leao ist wieder einmal weg. Nicht mit der portugiesischen Nationalelf, sondern zu sich selbst – nach Lissabon, zu seinen Kindern, zu seinen Privat-Physios. Der Grund: ein alter Bekannter, der rechte Adduktor, der ihn seit dem 8. Dezember quält. Milan lässt ihn gehen, weil Milan ihn braucht – aber erst in vier Wochen, wenn die Saison auf der Zielgeraden liegt.

Allein gegen die zeit

Kein Club-Mitarbeiter fliegt mit. Kein Doktor, kein Videoanalyst. Leao trainiert in Lissabon solo, kontrolliert von zwei Athletik-Coaches, die ihn seit Sommerurlauben kennen. Das Risiko: Wer sich selbst therapert, kann sich auch selbst übertreiben. Die Rechnung: Wenn er Mitte April zurückkommt und sofort trifft, vergisst jeder, dass er dem Klub entglitten ist. Milan hofft auf den „Magic-Leao“ von 2022/23, der gegen Neapel die Halfpipe auf der linken Seite eröffnete. Die Wahrheit: In 22 Liga-Spielen hat er nur neunmal eingeschlagen – und das als Pseudo-Neuner, weil Allegri die Seite wechseln wollte.

Die Zahlen sind hart. Seit Dezember vier Tore, drei davon gegen Sassuolo und Empoli. Keiner gegen die Top-6. Dafür fünf Spiele unterbrochen, zwei Mal ausgewechselt, weil das Ziehen wieder da war. Milan zittert nicht nur um die Punkte gegen Neapel, sondern um 110 Millionen Euro Marktwert, die in seinem linken Fuß stecken.

Verlängerung oder ausrufezeichen?

Verlängerung oder ausrufezeichen?

Der Vertrag läuft bis 2028, doch die ersten Gespräche über eine Anhebung der Ausstiegsklausel laufen schon. Leaos Berater wissen: Trifft er nicht mehr, sinkt die Verhandlungsmasse. Trifft er wieder, kann Milan die 150-Millionen-Klausel auf 200 hochsetzen. Das Spiel ist offen – und Leao spielt es allein in Lissabon.

Am Oster-Montag steht Milan in Neapel. Zweiter gegen Dritter, sechs Punkte Rückstand auf Inter. Die Fans träumen von der alten Galopp-Show, aber sie wissen auch: Das letzte Mal, als Leao dort glänzte, war vor zwei Jahren. Seitdem hat sich Neapels Abwehr eingekauft, Leaos Körper verramscht. Wenn er am 1. April im Maradona aufläuft, ist es keine Finte mehr – es ist seine letzte, um zu beweisen, dass er Milans Zukunft ist und nicht nur die Vergangenheit.

Die Uhr tickt. Die Adduktoren auch. Und Milan wartet darauf, dass sein Superstar endlich wieder nach Hause kommt – nicht nur geografisch, sondern als Spieler, der Entscheidungen trifft statt sie aussetzt.