Landesverbände rebellieren: petzold-sanktionen sind ein berufsverbot
Neun Landesverbände schlagen zurück. In einem brisanten Brief an das Präsidium der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) fordern sie die sofortige Aufhebung aller Sanktionen gegen Fridtjof Petzold. Ihr Vorwurf: Der 28-Jährige wird um seine Existenz gebracht – und das auf satzungswidrige Weise.
Der vorwurf: petzold ein berufsverbot ausgesprochen
Der Kern des Streits liegt in einem Präsidiums-Beschluss, der Petzold während der Olympischen Spiele aus dem Kader warf. Begründung: Er hatte öffentlich von strukturellen Problemen und mangelnder Betreuung gesprochen. Seitdem ist er gesperrt – keine Nominierung, kein Startgeld, keine Perspektive. Die Folge: „Dem Sportler wird quasi ein Berufsverbot erteilt und damit die Lebensgrundlage entzogen“, schreiben die Landesverbände. Eine Formulierung, die im Amateursport selten ist, im Profisport aber einschlägt wie ein Hammerschlag.
Die DESG beruft sich auf den Disziplinarbeirat, der eine endgültige Entscheidung treffen soll. Doch genau das ist der Haken. Laut Satzung ist allein dieser Beirat befugt, Sanktionen zu verhängen – nicht das Präsidium. Die Landesverbände sprechen daher von einem nichtigen Beschluss. Ein juristisches Pokerspiel, bei dem der Athlet derzeit die Verliererkarte zieht.

Athleten deutschland wirft beirat befangenheit vor
Verstärkung kommt von außen. Der Verein Athleten Deutschland kritisiert, dass im Disziplinarbeirat genau die Personen sitzen, „die maßgebliche Mitverantwortung für die von Petzold angesprochenen Probleme tragen“. Ein Satz, der die Frage aufwirft: Wer überwacht die Wächter? Die Antwort bleibt offen, während Petzold zu Hause sitzt und die WM ohne ihn läuft.
Die DESG schweigt bislang zu den Vorwürfen. Ein Sprecher war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die Zeit läuft – für Petzold, für den Verband und für den Ruf des deutschen Eisschnelllaufs. Denn eines ist klar: Wer seine Kritiker statt der eigenen Fehler ausschaltet, verliert am Ende nicht nur einen Athleten, sondern auch die Glaubwürdigkeit.
