Kwasniok raus! köln zieht nach 16-punkte-desaster die notbremse
Lukas Kwasniok musste gehen – und das, nachdem er selbst noch im Rheinderby behauptete, „der richtige Mann am richtigen Ort“ zu sein. Der 1. FC Köln trennte sich am Sonntag mit sofortiger Wirkung vom Chefcoach, weil zwei Siege aus 18 Spielen einfach zu wenig sind, um den achten Abstieg der Vereinsgeschichte zu verhindern.
René wagner übernimmt den krisenklub
Der bisherige Co-Trainer René Wagner (37) springt als Interimslösung ein. Er erhält den angeschlagenen Tanker, wie Kwasniog ihn einst nannte, in absoluter Sturmlage: sieben Pflichtspiele ohne Dreier, Tabellenplatz 16, nur zwei Punkte Vorsprung auf das rettende Ufer.
Die Entscheidung fiel in der Nacht nach dem 3:3 gegen Borussia Mönchengladbach. Ein Punkt im Derby? Für die Vereinsführung war das wie Niederlage. Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler schwieg sich schon direkt nach Abpfiff aus, sagte nur: „Die Erwartung war klar drei Punkte.“ Die Erkenntnis: Kwasniok bekam sie nicht.
Der 44-Jährige war erst im Sommer vom SC Paderben gekommen, unterschrieb bis 2028 und wollte den Klub „in ruhige Gewässer“ lotsen. Stattdessen schoss er mit der Mannschaft gegen die Felsen der Realität. 16 Punkte aus 18 Partien – das ist nicht nur Bundesliga-Rekrtordurschnitts-Alarm, sondern auch eine Personalie, die sich selbst zerlegt.

Die zahlen, die kwasniog beerdigten
Der Abstiegsdruck war schon vor Wochen spürbar, doch intern hoffte man auf den berühmten „Knall“ im Derby. Er kam – aber auf der Bank. Nach dem dritten Gegentor schwappte pure Machtlosigkeit über den Kölner Teil des Stadions. Die Fans skandierten nicht etwa „Kwasniok raus“, sie skandierten gar nichts mehr. Schweigen kann lauter sein als jede Pfiffe.
Nun also Wagner, der intern als taktisches Multitalent gilt, aber noch nie eine Bundesligamannschaft allein verantwortet hat. Er hat neun Spiele Zeit, um den Klub vor dem Abstieg zu bewahren – oder zumindest die Resthoffnung für die Relegation am Leben zu halten.
Der 1. FC Köln spielt am Samstag in Freiburg. Dort wird sich zeigen, ob der Wechsel Impulse setzt – oder ob die Saison schon vor dem 30. Spieltag endgültig kapituliert. Eines ist klar: In der Geißbockheim steht nicht nur der Trainer, sondern die ganze Klubstruktur auf dem Prüfstand. Wer nächste Saison zweite Liga spielt, muss sich nicht nur neue Spieler, sondern vor allem eine neue Identität suchen.
