Rapid-krise eskaliert: antiste entreißt sich den ball, fliegt vom platz – interne hierarchie zerfetzt
Die Siegesparty des SK Rapid wurde zur Farce. Beim 4:2 gegen den LASK schoss Bendeguz Bolla das 3:1, doch die Geschichte handelt von Janis Antiste, der den Ball klaute, nicht durfte und sich anschließend selbst aus dem Stadion schickte.
Der moment, als seidl eingriff
Minute 63, Elfmeterverdacht, Schiedsrichter Alan Kijas zeigt auf den Punkt. Antiste schnappt sich die Kugel, zieht sich zurück, Atemzug, Anlauf – da greift Kapitän Matthias Seidl ein, entreißt dem Stürmer die Kugel und schiebt sie Bolla zu. Antiste bleibt stehen, die Hände ausgebreitet, als wolle er fragen: „Wieso ich?“ Bolla verwandelt, Antiste trampelt vor Wut auf der Stelle. Trainer Johannes Hoff Thorup reagiert sofort: Auswechslung, Platzverweis in die Kabine.
Was niemand im Stadion sah: Thorup hatte die Schützenliste vor dem Spiel durchgesprochen. Bolla steht an dritter Stelle, Antiste an fünfter. Die Leihgabe aus Sassuolo ignorierte die interne Rangfolge – und kassierte ein Lehrstück über Rapid-Disziplin.

Warum thorup hart durchgriff
Der Däne ist kein Freund von Halbmaßnahmen. Nach der Partie sagte er trocken: „Wer Regeln bricht, sitzt. Punkt.“ Die Aktion sei „nicht diskutabel“ gewesen. Antiste hatte in der vergangenen Woche schon mit mangelnder Laufbereitschaft aufgefallen; das Strafstoß-Intermezzo war für Thorup der letzte Strohhalm. Die Entscheidung, den Spieler sofort runterzunehmen, schickt ein Signal an den gesamten Kader: In der Meistergruppe zählt nicht der Name auf dem Rücken, sondern die Nummer auf der Liste.
Der Franzose verließ mit gesenktem Blick den Rasen, die Fans pfiffen kurz, dann applaudierten sie Bolla, der die Situation eiskalt ausnutzte. Drei Minuten später erhöhte Guido Burgstaller auf 4:1, die interne Eruption war bereits abgebrannt.

Die folgen für rapid
Antiste droht eine Geldbuße, intern spricht man von einer Suspendierung fürs Training. Die Verantwortlichen wollen den Vorfall nicht aufbauschen, doch die Bilder kursieren bereits in Sozialen Netzwerken. Sportdirektor Stefan Reiter kanzelte den Vorfall ab: „Ein Sturm im Wasserglas.“ Doch genau diese winzigen Risse entscheiden am Ende über Meistertitel oder Vizemeister.
Rang zwei bleibt Rapid sicher, die Frage lautet: Wie stabil ist die Truppe, wenn schon ein Elfmeter die Fassade bröckeln lässt? Die Antwort liefert das nächste Auswärtsspiel in Salzburg. Ohne Antiste, dafür mit einer Hierarchie, die wieder glasklar ist.
