Kramaric am boden: hoffenheim verpasst champions-league-traum
Andrej Kramaric, der sonst so unerschütterliche Stürmer, stand nach dem 3:3 gegen Stuttgart am Rande des Zusammenbruchs. Die Freude über die Vertragsverlängerung, die er erst kürzlich verkündet hat, wich blankem Entsetzen, als sein Team eine Führung in den letzten Minuten noch aus der Hand gab. Ein Spiel, das so viel versprach, endete in einem chaotischen Fiasko, das den Traum von der Champions League in weite Ferne rückte.
Die bittere erkenntnis: reife fehlt
“Das ist der vielleicht schwierigste Moment in meiner Karriere,” gestand Kramaric sichtlich erschüttert. “Ich habe nicht so oft solche Spiele erlebt. So eine Reife, so eine Unbeholfenheit in der Schlussphase… das war wahnsinnig.” Die Hoffenheimer Führung, die über 70 Minuten in Überzahl komfortabel aussah, zerfiel in einem Albtraum aus Fehlpässen und unklaren Entscheidungen. Es war nicht nur das späte Gegentor, sondern die gesamte Darbietung in den letzten 15 Minuten, die den Kroaten und seine Kollegen in tiefe Verzweiflung stürzte.
“Jeder Spieler wollte unbedingt den letzten Torschuss haben”, so Kramaric. “Ich habe selten in meiner Karriere ein solches Verhalten gesehen. 30.000 Zuschauer, eine heiße, laute Atmosphäre – das ist kein Entschuldigung für so eine unreife Leistung.” Die Kombination aus Erschöpfung und dem enormen Druck, der auf den Spielern lastete, führte zu einer Kette von Fehlern, die letztendlich die Punkte kostete.

Ein hoffnungsschimmer trotz allem
Trotz des herben Rückschlags ist Kramaric nicht völlig entmutigt. “Ja, wir haben immer noch Chancen, aber es liegt nicht mehr in unseren Händen,” erklärte der Stürmer. “Mit drei Punkten heute wäre es eine unglaublich schöne Situation gewesen. Jetzt müssen wir darauf hoffen, dass Stuttgart und Leverkusen patzen und dass Bayern und Freiburg in Europa noch Punkte holen.” Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber die Situation ist angespannt. Kramaric hat die Hoffnung, dass seine Mannschaft aus dieser Erfahrung lernt und gestärkt aus ihr hervorgeht, auch wenn der Traum von der Champions League in dieser Saison wohl geplatzt ist.
Kramaric, gebunden an Hoffenheim: Der Verein hat es geschafft, eine seiner größten Legenden zu binden. Zwei weitere Jahre, in denen er das Trikot der TSG tragen wird – ein Zeichen seiner Verbundenheit und seines Glaubens an das Projekt. Doch die Frage bleibt: Kann er seine Mannschaft wieder auf Kurs bringen und den Blick nach vorne richten? Die Antwort wird Hoffenheim in den kommenden Spielen liefern müssen.
