Kovac zieht bilanz nach klassiker: kimmich rettet bayern, bvb bleibt auf distanz

Niko Kovac stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, als Joshua Kimmich in der 87. Minute den Ball volley in den Winkel hämmerte. Drei Sekunden Stille, dann die Erkenntnis: Der BVB hat den Klassiker verloren, die Meisterschaft wohl auch.

Der moment, der alles entschied

„Er war der kleine, aber feine Unterschied“, sagte Kovac nach dem 2:3 gegen den FC Bayern. Gemeint ist Joshua Kimmich, der mit einem Traumtor und einem genialen Chipball auf Harry Kane den BVB in die Knie zwang. „Das ist schon Weltklasse“, gestand der BVB-Coach, ohne Bitterkeit, fast mit Bewunderung. „Andere hauen das Ding aufs Dach, er trifft.“

Die Szene war symptomatisch für die ganze Partie: Dortmund drückt, dominiert, trifft zweimal – und verliert trotzdem. Weil Kimmich eben nicht „andere“ ist. Weil er in Sekundenbruchteilen entscheidet, ob ein Spiel eine Trendwende oder nur ein Schaulaufen wird.

Zwölf punkte rückstand, eine saison dazwischen

Zwölf punkte rückstand, eine saison dazwischen

Kovac zieht trotzdem eine positive Bilanz. „Letzte Saison hatten wir 25 Punkte Rückstand, jetzt sind es elf.“ Die Rechnung ist simpel, die Botschaft klar: Der BVB ist angekommen, wenn auch nicht ganz oben. „Die Bayern kaufen für 60, 70 Millionen ein, wir holen Entwicklungsspieler“, sagt Kovac – und das klingt nicht wie ein Vorwurf, sondern wie ein Versprechen.

Mit 52 Punkten nach 24 Spielen steht Dortmund auf Platz zwei, sicher in der Champions League, aber außer Reichweite der Bayern. „Wir wollen schnell in die Königsklasse kommen, und ich möchte auf diesem Platz die Ziellinie überschreiten“, sagt Kovac. Der BVB hat keine Trophäe mehr zu gewinnen, nur noch Stolz zu verteidigen.

Der klassiker als symptom

Das 2:3 war kein Spiel, es war ein Lehrstück: Über Klassenunterschiede, über Momente, über das, was am Ende zählt. Kovac sagt: „Wir hatten einen Punkt verdient.“ Aber Fußball ist kein Verdienen, sondern ein Erzwingen. Und Kimmich erzwingt eben das Unmögliche.

Die Saison ist gelaufen, die Meisterschaft entschieden. Der BVB kann nur noch sichern, was bleibt: die Champions League, die Perspektive, die Ehre. Kovac wird weitermachen, Kimmich auch. Und beim nächsten Mal wird es wieder der kleine, aber feine Unterschied sein – nur hoffentlich auf der anderen Seite.