Kompany droht mit gala trotz 6:1 – 16-jähriger prescott plant bayern-coup
Vincent Kompany lacht nicht
. 6:1 in Bergamo, 75 000 Fans erwartet, und der Bayern-Trainer redet wie vor einem Finale. «Wir spielen keine Freundschaftsspiele», knallt er in die kleine Pressekabine am Säbener Straße. Hinter ihm zwinkert Manuel Neuer durch die Glastür – noch unsicher, ob er morgen gegen Atalanta steht.Neuer und urbig sind fraglich, prescott bereit
Die Torhüter-Kaskade ist dramatisch: Neuer (Schulter), Ulreich (Adduktoren), Urbig (Grippe) – alle angeschlagen. Leon Klanac fällt mit Muskelbündelriss aus. Übrig bleibt Leonard Prescott, 16 Jahre, 1,96 m, Schulsportermannschaft noch vor drei Wochen. «Er trainiert ruhig wie ein Veteran», sagt Kompany. «Wenn Urbig nicht rechtzeitig fit wird, springt Prescott ein – Punkt.» Das Konstrukt Kompany kennt keine Sentimentalitäten.
Die Atalanta liefert den nächsten Stresstest. Nach dem Debakel von Bergamo schickt Gian Piero Gasperini seine Truppe nach München, um «Blut zu sehen», wie italienische Zeitungen schreiben. Kompany hat jedes Atalanta-Spiel der letzten zwei Jahre analysiert – «zu viele», sagt er und schmunzelt nicht. «Sie werden früh pressen, früher als in Bergamo. Wir müssen ihnen die Luftholen verbieten.»

Die 39-jahres-marke und das trauma viertelfinale
Zwei Säulen fehlen gesperrt: Michael Olise und Joshua Kimmich. Beide sind nach dem Training mit aufgedrehter Musik verschwunden – ein kleiner Protest gegen die Pause. Kompany schert sich nicht darum. Sein Job: «Die Spannung hochhalten.» Letzte Saison schon im Viertelfinale gegen Inter gescheitert, damals mit 1:2 im Rückspiel. Die Erinnerung schmeckt bitter. «Ich kenne diese Situationen. Kein Klub mag verlieren – erst recht nicht der FC Bayern.»
Morgen legt München öffentlich lahm: Warnstreik der Gewerkschaft Verdi, U-Bahnen rollen nur stundenweise. Kompany wirbt trotzdem: «Kommt trotzdem, wir wollen euch belohnen.» 75 000 Tickets sind weg, die Roten wollen Show, Prescott vielleicht sein erstes Profi-Kapitel. Die Atalanta trägt die Rache im Gepäck, die Bayern das Bewusstsein, dass ein 6:1 nur die halbe Wahrheit ist.
Am Ende zählt ein Satz, den Kompany leise hinterher wirft: «Wer schläft, fliegt – und wir wollen nicht fliegen.» Prescott oder Neuer, egal. München will ins Halbfinale, und die Uhr tickt.
