Milzriss stoppt fernsebner vor dem saison-finale – traum von der weltcup-ticket platzt
Matthias Fernsebner liegt statt im Startkorb von Saalbach im Krankenbett. Ein Super-G-Abflug, ein heftiger Sturz, ein geplatzter Milz – und mit ihm die Chance auf die ersten fixen Weltcup-Startplätze der Karriere.
Der 20-jährige Pinzgauer hatte sich das Europacup-Finale als Bühne ausgesucht, um nach einer enttäuschenden Junioren-WM endlich zu zeigen, wozu er im Speed-Bereich fähig ist. Dann riss das Training die Reihenfolge der Saisonziele in Stücke. „Leider bin ich gestürzt und habe mir dabei einen Milzriss zugezogen“, schreibt er aus dem Krankenhaus. Die Ärzte sehen vorerst von einem Eingriff ab, doch die Zwangspause bleibt. Wie lange? Offen.

St. martin verliert seinen hoffnungsträger kurz vor dem ziel
Für den SC St. Martin bei Lofer ist der Ausfall ein Schlag ins Kontor. Fernsebner war diesen Winter der Mann, der in Abfahrt und Super-G konstant die Top-15 knacke und so die Punkte lieferte, die den Klub in der Europacup-Nationenwertung nach vorne schaufelten. Ohne ihn bleibt Saalbach ein Blick in ein mögliches Paralleluniversum: Startnummern, die frei bleiben, Punkte, die andere kassieren, Fixplätze, die vergeben sind, bevor er wieder auf Ski stehen darf.
Die Ironie: Erst vor zehn Tagen quittierte er die abgesagte Junioren-Abfahrt in Ponte di Legno mit einem sarkastischen Instagram-Emoji. Nun droht ihm das zweite Saison-Out in Serie. Dazwischen lag nur ein einziges Rennen – ein Slalom, den er ohnehin nur fuhr, um seine Startlaisse fürs Finale zu sichern. Die Sportwelt dreht sich manchmal schneller als ein Speed-Ski auf Glatteis.
Für die ÖSV-Speed-Truppe ist der Vorfall ein weiterer Baustein in einem Winter, der ohnehin schon von Verletzungen geprägt ist. Mit Max Schröck, Patrick Feurstein und nun Fernsebner verliert der Verband drei Talente, die im Saisonendspurt Punkte für die Nationenwertung sammeln sollten. Die Konkurrenz aus Schweiz und Italien dankt und rückt näher an die begehrten zusätzlichen Startplätze heran.
Fernsebner selbst bleibt kämpferisch. „Zum Glück sieht es vielversprechend aus“, schreibt er – ein Satz, der mehr Optimismus transportiert als die Mediziner zuletzt äußerten. Die Saison ist für ihn gelaufen, doch der nächste Winter beginnt schon im Mai, wenn die ersten Gletscher-Trainingslager aufziehen. Dann will er wieder dabei sein – und hofft, dass ihm Saalbach 2026 eine zweite Chance gibt.
