Kompany dreht auf: sechs wechsel, zwei sperren – bayern startet mit urbig gegen atalanta

Die Allianz Arena brodelt. Nach dem 6:1-Fest in Bergamo hat Bayern München die Chance, vor heimischem Publikum schon vorzeitig das Viertelfinal-Ticket zu lösen. Doch Vincent Kompany schickt keine Routine-Elf, sondern eine Neukombination mit sechs personellen Umstellungen. Jonas Urbig kehrt nach Gehirnerschütterung zwischen die Pfosten zurück, Joshua Kimmich und Michael Olise müssen wegen Gelbsperren zuschauen.

Urbig statt ulreich – die rückkehr des jungen keepers

Der 21-Jährige hatte sich beim 6:1 in Bergamo unglücklich den Kopf gestoßen, die Symptome einer leichten Gehirnerschütterung setzten ihn für das Bundesliga-Spiel gegen Leverkusen außer Gefecht. Gegen Atalanta darf er wieder ran – und Kompany vertraut trotz Sven Ulreichs Routinewissen der Frische. Urbig stand in dieser Saison bereits acht Mal in der Champions-League-Startelf, seine Reflexe gelten intern als „zukunftsfähig“.

Die Nummer eins, Manuel Neuer, trainiert zwar wieder individuell, doch ein Einsatz in dieser K.-o.-Phase war nie Thema. Urbig ist derzeit der einzige Bayern-Keeper, der 90 Minuten durchstehen kann – und genau diese Physis will Kompany nutzen, um Atalantas frühes Pressing mit schnellen Abstößen zu kontern.

Kimmich und olise fehlen – goretzka und guerreiro springen ein

Kimmich und olise fehlen – goretzka und guerreiro springen ein

Die Gelb-Sperre traf Kimmich nach einem taktischen Foul in Bergamo, Olise kassierte seine dritte Verwarnung beim 1:1 gegen Leverkusen. Für Kompany kein Grund zur Panik, sondern ein Versuch, mehr vertikale Power ins Mittelfeld zu bekommen. Leon Goretzka lief zuletzt als Joker auf, seine Sprungkraft und zweite Vertikale sollen Atalantas Doppelsechs zerreißen. Raphael Guerreiro rutscht auf die rechte Außenbahn, wo er mit Innensteg-Hereinginen die Lücke zwischen Atalantas Linksverteidiger und Zentrum sucht.

Die restliche Neuausrichtung: Josip Stanisic ersetzt Konrad Laimer als rechter Verteidiger, der kroatische Nationalspieler soll Ademola Lookman mit Laufduellen zermürben. Kim Min-jae rückt für Dayot Upamecano in die Innenverteidigung – ein klares Bekenntnis zu Stabilität statt Risiko. Aleksandar Pavlovic bleibt trotz muskulärer Vorbeschwerden im Sechser, weil seine Passquote von 94 % in der Vorrunde Atalantas Pressing schon einmal entzauberte.

Die aufstellung im überblick

Urbig – Stanisic, Tah, Kim, Bischof – Pavlovic, Goretzka – Karl, Guerreiro, Díaz – Kane. Das ergibt eine Mischung aus Dreier- und Viererkette: in Ballbesitz kippt Pavlovic allein zwischen die Innenverteidiger, Goretzka und Karl formieren ein Doppelsechs-Dreieck, Guerreiro und Díaz wandern in die Halbräume. Harry Kane bleibt die fixe Spitze, 31 Tore in 37 Pflichtspielen sprechen für sich.

Kompany hat die Mannschaft in den letzten Tagen mit Videobildern gefüttert: Atalanta nimmt in der Liga nur 48 % Ballbesitz, dafür aber 17,3 Tacklings pro Spiel – meist im gegnerischen Drittel. Die Devise lautet: erst kurz kombinieren, dann schnell hinter die letzte Kette. Die 6:1-Gala war kein Zufall, sondern Resultat gezielter Diagonalbälle auf die freien Räume zwischen Atalantas Linksaußen und Zentrum.

Die rechnung geht auf – oder sie platzt

Ein Tor reicht, um das Viertelfinal-Ticket sicher zu machen. Doch Bayern will die Serie von zehn Heimsiegen in der Champions League ausbauen. Die letzte Niederlage in der Allianz Arena datiert auf April 2023, damals gegen Manchester City. Seitdem kassierte das Team nur zwei Gegentore in fünf K.-o.-Heimspielen. Atalanta muss mindestens fünf Treffer erzielen, um weiterzukommen – eine Zahl, die in der Geschichte der Königsklasse nur einmal fiel: Barcelona drehte 2017 gegen PSG eine 0:4-Pleite.

Die Kurve vor dem Spiel ist schwarz-rot, die Südkurve probte bereits am Dienstagabend „Stern des Südens“. Kompany selbst wirkt entspannt, trotz des personellen Puzzle: „Wir haben 26 Profis, nicht elf. Heute zeigen wir, dass unpressbar mehr ist als ein Slogan.“

Anpfiff ist um 21 Uhr, DAZN und der Sport-BILD-Liveticker begleiten das Duell. Wer schon vor dem Viertelfinal-Coup auf das Finale blickt: der Gewinner dieser Partie trifft auf den Sieger der Begegnung zwischen Real Madrid und Arsenal. Die Rechnung ist simpel – ein Tor, ein Sieg, ein Schritt Richtung Wembley.