Kölns arena schlägt den kölner dom: 10 millionen grund, warum die lanxess jetzt die nummer eins ist
Die Lanxess Arena ist kein Hallenkoloss mehr – sie ist Kölns größter Geldautomat. 18.000 Eishockey-Fans, 20.000 Handball-Verrückte, danach Billie Eilish und ein Umsatzfeuerwerk von bis zu zehn Millionen Euro pro Wochenende. Eine neue Studie der Deutschen Sporthochschule deckt auf: Die Arena spült mehr Geld in die Kasse als jede Kirmes, jede Museumsnacht, jeder Dom-Souvenirshop.
Neun von zehn gäste kommen nur wegen der arena
Dr. Christoph Bertling und Dr. Inga Oelrichs haben 2.400 Besucher befragt und die Hotelzähler ausgelesen. Das Ergebnis ist ein Schlag ins Kontor aller, die behaupten, Sport sei nur „Kulturförderung“. 90 Prozent der Gäste reisen extra an, 60 Prozent bleiben mindestens zwei Nächte. Champions-League-Finalturnier der Handballer? 1,3 Übernachtungen im Schnitt, 312 Euro pro Kopf – nur für Logis, Bier und Sauerbraten. Die Stadt kassiert indirekt über Gewerbesteuern und Kurtaxe mit, ohne einen Finger zu rühren.
Stefan Löcher, Geschäftsführer der Arena, formuliert es nüchtern: „Wir müssen noch gezielter Großevents anlanden.“ Dahinter steckt ein Machtkampf. Denn Berlin, Hamburg und München buhlen um dieselben Turniere. Köln hat aber den Trumpf: die Kapazität. Mit 20.000 Plätzen ist die Lanxess die größte Multifunktionshalle Deutschlands, und ihre Logistik schluckt sowohl das Eishockey-Finale als auch ein Pop-Konzert binnen 24 Stunden.

Die kölner selbst wollen ihre arena nicht mehr hergeben
Interessant: Die Einheimischen beschweren sich nicht über Lärm oder Trash-Touristen. 71 Prozent nennen das Bauwerk mit dem leuchtenden „Henkel“ ein Wahrzeichen. Sie buchen selbst Tickets, feiern Karneval der Kulturen, schleppen Familie mit – und erzeugen so einen zweiten Wirtschaftskreislauf. Wer hier wohnt, gibt sein Geld nicht in Düsseldorf aus.
Die Forscher streichen ein weiteres Detail heraus: Der sogenannte „Image-Effekt“. Städte, die regelmäßig internationale Sportevents stemmen, steigen im Ranking der Konferenzveranstalter. Köln liegt laufend unter den Top-5 – nicht wegen des Rheinromantik-Marketings, sondern wegen TV-Bildern, in denen 20.000 Leute vor lila Beleuchtung durchdrehen. Das zieht Investoren an, die wiederum Büros mieten, Tech-Firmen gründen, Jobs schaffen.
Die Rechnung, sagt Bertling, sei „viel größer, als wir dachten“. Man habe jahrelang nur Tickets, Bratwurst und Bier gewogen. Dabei spuckt schon ein einziges Final-Four-Wochenende ein Vielfaches aus: Flüge, Taxifahrten, Shopping im Schildergasse, Museumsbesuche, Netflix-Abos in den Hotels. Addiert summiert sich der indirekte Effekt auf bis zu 50 Millionen Euro pro Jahr – allein für die Region Köln/Bonn.
Und jetzt der Paukenschlag: Die Olympia-Bewerbung 2040 steht ins Haus. Die Studie liefert Schwarz auf Weiß, was der DOSB hören will: Deutsche Großstädte können Großveranstaltungen wirtschaftlich abliefern, ohne Milliarden-Grab zu werden. Die Lanxess Arena ist der Prototyp – fertig, bezahlt, erprobt. Wer hier noch „White Elephant“ ruft, lacht allein.
Für den Kölner Haushalt bedeutet das: Jeder Euro, der in die Arena fließt, kommt als 1,60 Euro wieder zurück. Die Stadt könnte also locker noch mehr Geld in Infrastruktur stecken, neue S-Bahn-Anschlüsse, Radwege, WLAN. Der Bürger bekommt es nie mit, weil die Touristen die Kasse füllen. Ein Selbstläufer wird es trotzdem nicht. Event-Management ist Hochleistungssport. Ein verschobenes Finalturnier, eine abgesagte Tour – und die Zahlen kippen.
Doch die Tendenz ist klar. Die Lanxess Arena hat sich vom Umzugskarton für Popstars zum wichtigsten Wirtschaftszahnrad der Stadt gemausert. Während der Dom weiter Fahnen hisst und Eintritt kassiert, drückt die Arena nebenan Geldscheine aus. Wer in Köln wohnt und sich beschwert, findet schnell jemanden, der ihm die Zahlen unter die Nase hält: 50 Millionen, 90 Prozent Zustimmung, 20.000 Stimmen, die jedes Wochenende „Kölle“ brüllen. Da kann selbst der rheinische Optimist nicht mithalten.
