Kölner haie zerreißen schwenningen in 104 minuten: halbfinale fix!

Mit blutenden Lippen und leeren Bechern stapften die Haie um 0:37 Uhr in die Kabine – 4:0-Serie, 18 600 ausgeflippte Fans, ein Schlag ins Herz der Wild Wings. Jan Luca Sennhenn krachte den Puck nach 103:37 Spielzeit ins linke Kreuzeck, Köln steht im Halbfinale.

Drei over-times, zwei pfosten, ein trainer-spruch

„This is real hockey“, sagte Kari Jalonen, nachdem sein Kollege auf der Bank schon fast schnarchte. Die Partie war längst ein Thriller geworden: Schwenningen traf zweimal das Eisen, wehrte selbst im 6-on-5 den Ausgleich ab – und kassierte ihn trotzdem. Mirko Höfflin glich 59:00 Minuten auf 1:1, weil die Haie kurz dachten, der Abend sei gelaufen.

Doch Köln hat Janne Juvonen. Der Finne riss Uvira und Gettinger in der zweiten Verlängerung die Maske vom Gesicht, stoppte 49 Schüsse, ließ nur den perfekten Dreher von Höfflin passieren. Dafür hob Sennhennhen 104:37 den Arm – sein Schlagschuss war halb Schuss, halb Gebetsanliegen. Die Scheibe zischte genau dort, wo Joacim Eriksson gerade noch der Handschuh war: links oben.

Serie entschieden, gegner offen

Serie entschieden, gegner offen

Als Vorrunden-Erster dürfen die Haie auf den schwächsten Halbfinalisten warten – aktuell winken Düsseldorf oder Iserlohn. Die Serie beginnt am 8. April, Modus „Best of seven“, Heimrecht wechselt jedes Match. Für Schwenningen bleibt die Erkenntnis: ein 4:0 kann deutlicher sein als jedes 4:3, wenn drei Spiele in die Verlängerung gehen und kein einziger Sieg mehr als zwei Tore Abstand hat.

Die Haie? Die feiern erst mal kurz, dann lang. Denn der Marathon von Dienstag war nur die Hälfte der Reise – nächste Woche startet der eigentliche Kampf um den Teller. Und wer so spät noch trifft wie Sennhenn, der träumt längst vom großen Fisch.