Schlotterbeck zerreißt falschmeldung – kehls abgang wirft bvb-vertrag in die schwebe
Nico Schlotterbeck schlug nach dem 2:1 gegen Ghana mit der Faust aufs Podium – nicht vor Freude, sondern Wut. Sky hatte verkündet, er habe sich mit Borussia Dortmund geeinigt. Quatsch, sagt er selbst. „Ich muss das klar dementieren. So weit sind wir leider nicht.“ Die Unterschrift ist nicht kurz bevor, sondern steht nach dem überraschenden Abgang von Sportdirektor Sebastian Kehl erneut auf der Kippe.
Kehls exodus trifft schlotterbeck mitten in die verhandlungen
Der 26-Jährige hatte Monate mit Kehl verhandelt, ein Papier lag laut Clubkreisen quasi zum Anfassen bereit. Dann der Knall: Kehl raus, neue Führung, neue Rechnung. „Ich hätte in den nächsten Wochen wahrscheinlich eine Entscheidung getroffen. Jetzt hat sich die Situation verändert“, sagt Schlotterbeck und klingt wie ein Mann, der seinen Ansprechpartner verliert und damit auch das Vertrauen in die bisherigen Zusagen.
Interessenten schlafen nicht. Real Madrid lauert, der FC Bayern hat intern schon Budget für einen Linksverteidiger reserviert. Schlotterbeck, bis 2027 an Dortmund gebunden, könnte 2026 für eine festgeschriebene Ablöse von 60 Millionen Euro gehen – ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass Manchester City für Josko Gvardiol 90 Millionen zahlte.

Ricken versucht schadensbegrenzung – doch der zeitplan rast
Lars Ricken, neuer Sport-Geschäftsführer, versichert: „An unserer Grundhaltung, ihn langfristig zu binden, hat sich nichts geändert.“ Doch die Realität nagt. Ole Book, der neue Sportdirektor, hat zwar schon angerufen, aber ein Anruf ersetzt kein halbes Jahr Vertrauensarbeit. Schlotterbeck will sich nicht festlegen, bevor er weiß, wie die sportliche Planung aussieht – und ob der Klub nach der Kehl-Dämmerung wieder Kontinuität findet.
Die Uhr tickt. Je länger Dortmund wartet, desto größer wird das Risiko, dass der Nationalspieler die Klausel zieht und den BVB um eine satte Ablöse bringt. Für Schlotterbeck wäre es die logische Konsequenz aus einem Sommer, in dem sich alles nur noch um Machtpoker dreht – nicht um Sport.
