Kölner haie straucheln: dritte pleite in serie kurz vor playoffs
Drei Tore in 143 Sekunden – und die Kölner Haie lagen schon nach acht Minuten mit 0:4 im Hintertreffen. Was in der Volkswagen Arena zu Wolfsburg am Freitagabend passierte, war kein normaler Formtief. Es war ein kollektiver Kurzschluss des Hauptrundenführers, der ausgerechnet jetzt – zwei Spieltage vor den Playoffs – zum dritten Mal in Folge als Verlierer vom Eis geht. 5:8 lautet das bittere Ergebnis gegen die Grizzlys Wolfsburg.
Wolfsburg zerlegt köln im ersten drittel in drei minuten
Parker Tuomie hatte noch die Chance, die Haie früh in Führung zu bringen. Was danach folgte, grenzte an Faustrecht auf dem Eis. Justin Feser (5.) und Gemel Smith (6.) trafen jeweils in Überzahl, bevor Tyler Gaudet per Bauerntrick das 3:0 nachlegte – alles innerhalb von zwei Minuten und 23 Sekunden. Köln rief die Auszeit. Gaudet ignorierte sie und erhöhte auf 4:0 (11.).
Dann, endlich, erwachten die Haie. Louis-Marc Aubry verkürzte im ersten Powerplay, Veli-Matti Vittasmäki legte nach. Zwei Treffer, ein Hauch Hoffnung – und das Gefühl, dass da noch etwas gehen könnte.

Das mitteldrittel: köln gleicht aus, wolfsburg antwortet sofort
Im zweiten Abschnitt schien das Momentum zu kippen. Frederik Storm verkürzte (27.), Brady Austin glich zum 4:4 aus (31.). Die Eis Arena hielt den Atem an. Doch Matt Choupani ließ dem Haie-Goalie Tobias Ancicka keine Verschnaufpause und erzielte das 5:4 für Wolfsburg (33.). Ein weiterer Treffer von Julian Chrobot wurde nach Videobeweis wegen Torhüterbehinderung aberkannt – in einem anderen Spiel hätte das vielleicht den Unterschied gemacht.

Schlussphase ohne happy end: köln rennt, wolfsburg trifft
Aubry stellte erneut auf 5:5 – der Mann kämpfte, als hänge die Saison an diesem einen Abend. Tat sie vielleicht auch. Doch Wolfsburg blieb eiskalt: Choupani vollendete nach Querpass von Jimmy Lambert zum 6:5. Köln nahm den Torhüter vom Eis, drückte, rannte, riskierte alles. Matt White und Chrobot nutzten die leeren Tore gnadenlos aus – 8:5, Endstand, dritte Niederlage in Serie.
Die Zahlen erzählen den Rest der Geschichte. Mit 113 Punkten fehlen Trainer Kari Jalonen und seinen Haien noch drei Zähler auf den alleinigen DEL-Hauptrundenrekord der Adler Mannheim aus der Saison 2019. Gleichziehen wäre am Sonntag (14:00 Uhr) noch möglich – aber mehr als drei Niederlagen am Stück hat diese Mannschaft in der gesamten Saison noch nie kassiert. Dass es ausgerechnet jetzt passiert, kurz vor dem Moment, auf den die ganze Saison hinauslief, ist die eigentliche Hiobsbotschaft aus Wolfsburg.
