Koke: der letzte zeuge eines atlético-barça-klassikers

Vor genau zwölf Jahren, am 1. April 2014, kam es zum ersten Aufeinandertreffen zwischen Atlético Madrid und dem FC Barcelona in der ChampionsLeague. Ein Abend im Camp Nou, ein Viertelfinalhinspiel, das nun durch die schlichte Anwesenheit eines einzelnen Spielers eine besondere Note erhält: Koke.

Einziges bindeglied zu einer vergangenen ära

Einziges bindeglied zu einer vergangenen ära

Koke ist der einzige verbliebene Spieler aus dem Kader von 2014, der in diesem Duell eine Rolle spielte. Selbst Giménez, damals nominell in der Mannschaft, aber ohne wirkliche Einsatzchance, fehlte gar in der Anfangsaufstellung. Es ist eine Zeitreise, die die rasante Entwicklung des Fußballs verdeutlicht. Nur wenige Gesichter erinnern noch an jene Nacht – allen voran Thibaut Courtois, der weiterhin in der europäischen Elite spielt. Ein 1:1 Unentschieden, besiegelt durch ein spektakuläres Tor von Diego Ribas, markierte das Ergebnis damals.

Die Rückbegegnung entschied Atlético dann mit einem knappen 1:0 für sich, erneut unter der Leitung von Diego Simeone. Zwei Jahre später wiederholte sich das Kunststück, wobei Koke nun mit neuen Führungsfiguren wie Oblak und Griezmann zusammenspielte. Diese Mannschaft besiegte damals ein Barcelona, das von Luis Enrique trainiert und von der legendären MSN-Offensive dominiert wurde und den Titel aus dem Vorjahr verteidigte.

Doch zurück zu diesem historischen Jahr 2014. Neben Simeone ist Koke der einzige Spieler, der aus jenem Kader noch immer aktiv dabei ist. Der Mann mit den 729 Einsätzen für die Rojiblancos, der in 145 europäischen Partien das Trikot trug, der Eigengewächs, der Rekorde aufstellt, die wohl noch Jahrzehnte unerreicht bleiben werden. Er ist der Kapitän, der eine Ära des Erfolgs prägte – eine Ära, die zwar viele Triumphe, aber eben nicht die Champions League enthielt, die so nah dran war, in diesen zwei Duellen gegen Barcelona.

Die Cholo-Schule hat Großes hervorgebracht: Es ist bemerkenswert, wie viele Spieler aus jenem Kader mittlerweile selbst als Trainer in der Elite Fuß fassen. Filipe, Gabi, Arda oder Tiago sind nur einige Beispiele für die erfolgreiche Entwicklung, die Simeones Team hervorgebracht hat. Auch David Villa, einst einer der gefürchtetsten Stürmer von Atlético, ist nun als Berater im neuen Organisationsschema des Vereins tätig, nachdem Apollo zum neuen Hauptaktionär geworden ist. Das Team steht nun wieder vor einem Duell mit Barcelona.

Und wer kennt den Weg besser als Koke Resurrección? Der Spieler, der eigentlich schon abgeschrieben schien, der in der aktuellen Saison 45 Spiele und fast 3.000 Minuten auf dem Platz bestritten hat. Er ist der lebende Beweis für die Konstanz und Qualität, die ihn zu einer Legende des Vereins machen. Seine Erfahrung und sein Wissen werden entscheidend sein, wenn es erneut gegen den Erzrivalen geht.