Koke steht allein: vor zehn jahren jagte atlético barça raus – heuer soll es wieder gelingen

Vor exakt zehn Jahren trat Atlético Madrid im Camp Nou zum ersten Champions-League-Kracher gegen Barça an. 1:1, ein Traumtor von Diego Ribas, ein Koke, der noch Haare hatte und mit 22 Jahren die Kugel durchs Mittelfeld peitschte. Heute, eine Dekade später, ist Koke der Einzige, der morgen wieder aufläuft – Spieler, Seelenführer, lebendes Museum.

Nur der kapitän blieb

Giménez saß damals noch in der Tribüne, Courtois ist längst in Madrid auf der anderen Seite des Stadtderbys verschwunden. Von den 18 Mann, die Simeone 2014 mitnahm, steht nur einer noch in der Kabine: der Junge aus der eigenen Schule, der die rojiblanca inzwischen 729 Mal überstrumpft hat, 145 Mal davon in Europa. Die Zahl ist keine Statistik, sie ist ein Stempel auf der Zeit.

Die Rückkehr ins Viertelfinale gegen genau diesen Gegner schmeckt wie ein Kreis, der sich schließt. 2014 schickte ein Koke-Pass den Ball ins leere Tor – Diego spitzelte ihn über die Linie. 2016 wiederholte Atlético den Coup, damals schon mit Oblak und Griezmann an Bord, die heute seine Stellvertreter sind. Dreimal traf man sich in zwei Jahren, dreimal flog der Titelverteidiger. Die Moral: Wenn jemand die Landkarte des Fc Barcelona in der Tasche hat, dann Koke Resurrección.

Die schule des cholo spuckt trainer aus

Die schule des cholo spuckt trainer aus

Die Jungs von damals sind nicht einfach weg – sie dirigieren. Filipe Luís, Gabi, Arda, Tiago: ehemalige Mittelfeldgeneräle, heute Cheftrainer in Brasilien, Spanien, der Türkei. Simeone hat seine Mannschaft nie nur gecoacht, er hat sie zu Professoren gemacht. David Villa sitzt mittlerweile im Aufsichtsrat, wo er über Transfers und Strategien wacht. Ein Verein, der sich selbst neu erfindet, ohne seine DNA zu verlieren.

Und mitten drin der Alte, der keine Minute schont. 45 Pflichtspiele, 2.900 Minuten in dieser Saison – die Mediziner haben ihn schon drei Mal für „fertig“ erklärt. Das Einzige, was sich nicht rechnet, ist sein Herz. Wenn Atlético heute Abend die Katakomben des Camp Nou betritt, geht kein Mythos mit, sondern eine Tatsache: Der Ball läuft dort, wo Koke ihn hinlenkt. Und Barcelona weiß es.