K.o.-ballett in der champions league: berlin droht veszprém, magdeburg lauert auf szeged
Die Gruppenphase ist gerade erst verklungen, da zieht der Final-Turnus schon die nächsten Schatten. Füchse Berlin müssen im Play-off gegen den ungarischen Riesen One Veszprém antreten – ein Duell, das selbst die erprobten Köpfe in der Karl-Ehler-Straße vor eine Zitterpartie stellt. SC Magdeburg dagegen bekommt es mit Pick Szeged zu tun, einem Gegner, der zuletzt in Plock noch in letzter Sekunde ein Remis rausreißt und dadurch sein Selbstvertrauen laut knistern lässt.
Paris verbanzt nantes – und trifft nun auf sich selbst
Die Rechnung war simpel, die Folgen bitter: HBC Nantes schickt PSG mit einem 37:34 in Berlin kurzfristig auf Rang fünf und muss nun gegen GOG ran – ein Gegner, der sich gegen Zagreb keine Blöße gibt. Paris wiederum muss gegen One Veszprém, während die Füchse auf den Sieger warten. Die Franzosen haben sich ihre Play-off-Panne selbst eingebrockt: Sie verloren gegen Pick Szeged den Direktvergleich mit 58:59 und dürfen nun nicht einmal mehr auf Heimrecht hoffen.
Barcelona dagegen liefert sich ein Schützenfest: 47 Treffer gegen Pelister, Platz eins gebongt, zack – Feierabend. Magdeburg wäre nur bei einer Sensation in der Lluís Companleys-Arena noch Erster geworden, doch der Traum war nach zehn Minuten bereits Geschichte. Die 34:26-Pleite in Paris ändert für den SCM rein gar nichts – sie bleiben Viertelfinal-Kandidat, müssen aber auf das Weiterkommen von Kielce gegen Szeged hoffen.

Knorr trifft ins schwarze – und kassiert trotzdem
Juri Knorr spielte sich in der ersten Hälfe bei Veszprém in einen Rausch: vier Tore, drei Assists, ein Tempo, das selbst die ungarischen Routiniers Lékai und Nagy erst mal schlucken ließ. Doch nach dem Seitenwechsel drehte Aalborg auf, stemmte sich mit 38:33 ins Ziel und macht Platz zwei klar. Die Füchse müssen nun zusehen, wie Nantes an ihnen vorbeizieht – und wie Veszprém im Play-off wartet, ein Gegner, der in der Hauptrunde nur zwei Niederlagen kassiert hat.
Die Play-offs am 1./2. und 8./9. April versprechen offene Rechnungen: Sporting Lissabon gegen Wisla Plock ist ein Duell auf Augenhöhe, GOG gegen Nantes ein Festival für Torhüter-Nerds. Und dann steht Mitte Mai das Viertelfinale an – aus Sicht der deutschen Klubs mit einem Favoritenbonus, aber ohne Netz. Wer da ausrutscht, fliegt raus, keine Wildcard, kein „Ups, war nur ein Bad Day“. Die Champions League ist endgültig zur Glücks- und Frust-Liga geworden – und Berlin steht mit dem Rücken zur Wand.
Die Zahlen sind gnadenlos: Veszprém traf in der Gruppenphase 739 Mal, nur Barça war noch effizienter. Die Füchse kassierten 654 Gegentore – mehr als jeder andere Viertelfinalist. Die Botschaft lautet: Entweder die Abwehr verschärft sich über Nacht, oder der deutsche Meister muss früh buchen. Der Countdown läuft, der Ball rollt – und die Uhr tickt laut genug, dass es in der Max-Schmeling-Halle schon jetzt summt.
