K.o. in utah! oilers verspielen zähler und draisaitl fehlt weiter
Edmonton ist auf der Zielgerade ausgerutscht. Ohne den verletzten Leon Draisaitl kassierten die Oilers in der Nacht auf Mittwoch bei den Utah Mammoth eine 5:6-Overtime-Niederlage und müssen nun auf Schützenhilfe hoffen. Die Mammoths feierten dagegen den zweiten Wildcard-Platz im Westen – mit einem deutschen Akteur als Initialzünder.
Peterka schockt kanada-kollegen
J. J. Peterka war es, der Utah nach 97 Sekunden in Führung schoss – gegen das Team, mit dem er in zwei Monaten in Moskau um WM-Medaillen kämpfen will. Die Oilers antworteten dreimal, führten zwischenzeitlich 4:2, drehten aber wieder am Rad. In der Verlängerung nutzte Utah die erste Chance und schickte 19.000 Fans im Delta Center in Ekstase. Für Edmonton bedeutet das: 88 Punkte, vier Spiele noch, alles offen.
Die Zahlen sind gnadenlos. Seit Draisaitls Muskelfaserriss Mitte März holte Edmonton nur noch drei von zwölf möglichen Punkten. Auch Joshua Samanski fehlt mittlerweile – und mit ihm jede zweite Powerplay-Formation. Trainer Kris Knoblauch sprach nach dem Spiel von „kleinen Details“, klang aber wie ein Mann, der weiß, dass Zeit sein schärfster Gegner ist.

Ottawa und boston liefern schlagabtausch im osten
Während die Oilers stolpern, legen andere deutsche Profis nach. Tim Stützleschraubte sich mit einem Tor und zwei Assists gegen Tampa Bay auf 91 Scorer-Punkte – neue Rekordmarke für einen deutschsprachigen Center in einer Saison. Die Senators springen auf Platz zwei der Wildcard-Tabelle, zwei Zähler vor Columbus, die dank eines Penaltysieghes in Detroit den Knackpunkt landeten.
Bei den Red Wings half Moritz Seider beim 3:3-Ausgleich assistierend mit, rutschte aber mit seinem Team auf Rang neun – drei Punkte hinter dem Playoff-Schnitt. „Wir fahren nach Hause und schauen auf die Tabelle wie alle anderen auch“, sagte Seider. „Nur dass wir dabei zittern müssen.“
Die Boston Bruins um Trainer Marco Sturm verpassten den vorzeitigen Einzug ebenfalls knapp. Die 5:6-OT in Carolina bremst, bietet aber noch drei Matchbälle. Sechs Punkte Vorsprung auf Columbus bedeuten: Ein Sieg genügt, zwei sind sicher – und Lukas Reichel wartet weiter auf seinen Einsatz.

Deutsche duellphase beginnt
Die letzten vier Spieltage werden zur Schicksalswoche für die deutsche NHL-Fraktion. Draisaitl arbeitet nach Vereinsangaben „mit Hochdruck“ an der Rückkehr, doch seine Zitterpartie läuft parallel zur Form von Stützle, Peterka und Seider. Die Frage ist nicht mehr, ob Deutschland erstmals vier Stars in die Playoffs schickt – sondern wie viele von ihnen nach der Hauptrunde noch dabei sind.
Die Antwort gibt’s in elf Tagen. Bis dahin zählt jeder Schuss, jeder Punkt, jeder Check – und in Edmonton wissen sie: Kein Draisaitl, kein Spaß. Die Uhr tickt. Die Playoff-Tür steht offen, aber die Schwelle wird höher.
