Kläbo stürzt im sprint-halbfinale – kristallkugel trotzdem sicher

Der König flog. Johannes Hösflot Kläbo jagte seinen 112. Weltcup-Sieg, wurde aber von Bend Ogden zu Boden gerissen – und landete mit dem Hinterkopf auf dem harten Schnee. Das Halbfinale war gelaufen, Platz elf die bittere Zahl.

Der moment, als der lauf plötzlich endet

Im Positionskampf streift Ogden die Skispitze, kippt nach vorn. Kläbo kann nicht mehr bremsen, überschlägt sich, bleibt liegen. Sekundenlang bewegt er sich nicht. Betreuer eilen herbei, stützen den 29-Jährigen, führen ihn aus der Loipe. Sechs Siege in Serie, sechs Olympiagoldes aus Italien – und nun diese blutige Realität.

Die Kristallkugel für den Sprint-Weltcup ist trotzdem sein. Weil seine Gegner ebenfalls patzen, reicht Platz elf, um die kleine Kugel vorzeitig zu sichern. Ein Trost, der kaum weh tut. Der Gesamtweltcup hatte er schon am vergangenen Wochenende eingepackt.

Evensen nutzt die lücke – stölben bester deutscher

Evensen nutzt die lücke – stölben bester deutscher

Ansgar Evensen rutscht durch das entstandene Vakuum, gewinnt das Finale vor dem eigenen Publikum. Auffällig: Keiner der fünf Schnellsten aus der Quali steht am Schluss auf dem Podest. Jan Stölben wird 23., bester deutscher Langläufer an diesem Tag.

Kläbo verlässt den Stadion-Tunnel mit schmerzverzogenem Gesicht, die Schrecksekunde noch in den Augen. Die Saison ist gerettet, der Körper muss heilen. Die Langlauf-Welt verliert ihren Superstar kurz vor dem Saisonende – aber nicht ihren Champion.