Katharina schmid nimmt abschied – nika prevc fliegt zu rekord-sieg in planica

Die Flugshow war ihr gehört, der Tag gehört Katharina Schmid. 29-mal war sie Weltmeisterin, am Sonntag wurde sie zur Königin der Gefühle. Beim ersten Frauen-Skifliegen der Geschichte in Planica landete die Oberstdorferin auf Rang 13 – und prompt auf den Schultern ihrer Kolleginnen. Denn die 29-Jährige verabschiedet sich nach 14 Jahren Weltcup-Zirkus. „Es ist brutal geil, diese Kulisse“, sagte sie mit Tränen im ZDF, während die Slowenien-Fans „Danke, Katha!“ skandierten.

Der Abschied wurde zur Bühnenparty. Selina Freitag und Agnes Reisch schmissen Schmid in die Luft, die Klappe des deutschen Teams spielte „My Heart Will Go On“ – kitschig, aber genau richtig. Schmid hatte hier 2023 dreimal Gold geholt, nun holte sie sich die Ewigkeit.

Prevc stellt mit 18 siegen neue bestmarke auf

Prevc stellt mit 18 siegen neue bestmarke auf

Während Deutschland feierte, herrschte in Slowenien Jubel ohne Grenzen. Nika Prevc krönte sich mit Sprüngen auf 228,5 m und 221,0 m zur Siegerin und schraubte ihre Saison-Bilanz auf 18 Weltcup-Erfolge. Keine Frau flog je so dominant durch einen Winter. Die 19-Jährige baute ihren Vorsprung auf Gesamtweltcup-Sieger Eirin Maria Kvandal (Norwegen) aus, die Zweite wurde, vor Nozomi Maruyama (Japan).

Prevc hatte am Freitag schon den Weltrekord auf 242,5 m verbessert, am Sonntag zeigte sie, dass sie auch unter Druck fliegt wie eine Drohne. „Ich wollte Katharina nicht stehlen, aber ein Heimsieg schmeckt natürlich süß“, sagte sie und lächelte verschmitzt. Die Zahl 18 steht nun in den Büchern – und sie wird schwer zu schlagen sein.

Die deutschen Adlerinnen kamen nicht aufs Podest. Agnes Reisch landete als Achte mit 186,0 und 189,0 m, Selina Freitag wurde Zehnte. Für den Deutschen Skiverband ein versöhnlicher Befund: Jung, aber lernfähig. Die Zukunft beginnt, gerade weil Schmid geht.

Planica bleibt ein Ort der Extreme. Hier flogen Männer schon 254 m, hier verabschiedete sich eine Legende. Schmid wird künftig als Mentorin arbeiten, Prevc als Rekordjagd-Objekt. Der Sport dreht sich weiter, aber an diesem Sonntag stand still, wer träumte. 18 Siege, eine Abschiedsträne – und eine neue Ära im freien Fall.