Nfl rückt saisonstart auf mittwoch vor – ein tag, der geschichte schreibt
Seattle schläft zwei Stunden länger, der Super-Bowl-Champion nicht. Am 9. September, 02:20 Uhr deutscher Zeit, rollt erstmals seit zwölf Jahren der Kickoff schon mittwochs – und das nur, weil die Liga sonst mit sich selbst kollidieren würde.
Die Ursache steckt im australischen Winter: Los Angeles Rams und San Francisco 49ers eröffnen am Donnerstag in Melbourne die internationale NFL-Serie. Tradition verpflichtet: Der Titelverteidiger darf nicht fehlen, also rückt das Eröffnungsspelt einen Tag vor. Die Seahawks übernehmen die Ehre, im Lumen Field empfangen sie – je nach Schedule – Cardinals, Cowboys, Giants, Bears, Chiefs, Chargers oder Patriots.

Ein 75-jähriges novum mit nebenwirkungen
Das passierte nur einmal: 2012 blockierte Barack Obama den Donnerstag, nun blockiert Down Under den Donnerstag. Die Konsequenz ist ein Gesetzestagwerk. Das Sports Broadcasting Act von 1961 verbietet der NFL Freitag- und Samstag-Übertragungen zwischen dem zweiten September- und dem zweiten Dezemberwochenende – ein Relikt aus der Fernsehsteuer-Zeit, das die College-Saison schützen sollte.
Seattle kocht trotzdem sein eigenes Süppchen. Am selben Tag planen die Mariners (MLB) und die Sounders (MLS) Heimspiele – beide Teams nutzen wie die Seahawks das Lumen Field. Die Baseballer könnten noch ausweichen, die Fußballer nicht. Die Liga rechnet mit Nachjustierungen, doch ein Datum steht: 9. September, 02:20 Uhr – Mitternachtsgrauen für deutsche Nachtschwärmer.
Der komplette Spielplan folgt Anfang Mai. Dann wissen wir, ob Geno Smithgegen Patrick Mahomes oderC.J. Stroudgegen Josh Allen den ersten Snap der Saison erhält. Eines ist sicher: Wer mittwochs arbeitet, braucht am Donnerstag Kaffee – oder einen DVR-Recorder.
