Kabayel steigt in den iron cage: box-champion jagt neue dimension

Der WBC-Interims-Weltmeister wartet nicht ab. Agit Kabayel lässt die Handschuhe außen vor und klettert in den Iron Cage – eine Challenge, die seine Muskeln schreien lässt. Drei Minuten vor dem Gong der letzten Runde im Trainingscamp filmte BILD, wie der Schwergewichtler sich an Ketten zieht, die sonst nur Strongmen stemmen.

Die Szene spielt in Düsseldorf, wo Kabayel seit Wochen mit Exzellenzcoach Otto Wallin an explosiver Kraft arbeitet. Der Iron Cage ist ein 120 Kilo schwerer Stahlwürfel, den man sich als umgedrehte Hantel vorstellt: Je weiter man nach oben kommt, desto mehr Kette hängt durch – und desto schwerer wird das Ganze.

Warum ein boxer plötzlich strongman spielt

Warum ein boxer plötzlich strongman spielt

Kabayels Sparringspartner berichten, dass der 31-Jährige in den Clinch-Runden eine neue Stärke entwickelt. „Er drückt uns einfach weg“, sagt ein Tierpartner, der anonym bleiben will. „Früher war das Gleichgewicht sein Geheimnis, jetzt ist es die rohe Kraft.“ Die Zahlen vom Performance-Chef: Ausdauer plus acht Prozent, Schnellkraft plus zwölf. Die Challenge im Cage soll den finalen Kick geben.

Der Hintergrund ist klar: Kabayel plant 2026 den Sprung auf den regulären WM-Gürtel. Der Interims-Titel war erst der Anfang. Gegenüber BILD sagt er, während das Metall klappert: „Ich will, dass mein Gegner in Runde sieben merkt, dass er in einem anderen Geschäft ist.“

Die Trainercrew stoppt die Zeit. 43 Sekunden hängt er oben – ein Tick länger als Vorjahressieger Hafthor Björnsson, der mal 200 Kilo kreuzheben konnte. Kabayel springt ab, Schweißperlen auf Stahl. Kein PR-Gag, sondern Kern seines neuen Konzepts: „Boxen ist nicht mehr nur Technik, es ist auch Physik.“

Am Samstag fliegt er zurück ins Trainingslager nach Belek. Dort wartet Sparringspartner Nr. 7 – ein ehemaliger NCAA-Ringer, der 15 Kilo mehr auf die Waage bringt. Kabayel grinst: „Wenn der mich nicht runterkriegt, schafft es im Ring auch keiner.“

Die Challenge im Iron Cage dauerte keine fünf Minuten. Die Botschaft bleibt länger: Der nächste Gegner bekommt nicht nur eine Finte, sondern einen Lastwagen mit Faust. Und Kabayel plant, den bis zur Zielgerade durchzudrücken.