Duplantis fliegt in uppsala auf 6,31 m – sein 15. weltrekord ist ein heimspiel

Uppsala schrie, die Latte zitterte, die Welt stand still. Armand Duplantis stützte sich auf seinen Karbonstab, katapultierte sich in schwedische Nachtluft und landete auf der Matte – nach einem Flug über 6,31 m. Rekord Nummer 15. Die Halle kochte, seine Mutter griff sich an den Kopf, der König der Latte hatte wieder ein Stück Himmel für sich beansprucht.

Ein satz, der die konkurrenz lähmt

6,31 m im ersten Versuch. Kein Abtasten, kein Zögern. Direkt Vollgas, direkt Geschichte. Emmanouil Karalis, der Grieche, der Ende Februar mit 6,17 m die Alarmglocken schrillen ließ, blieb bei 6,00 m hängen. Die restliche Elite schaffte nicht einmal die 5,90 m. Duplantis nutzte den Abstand, um sich selbst zu übertreffen – nicht zum ersten Mal, aber in diesem Moment wirkt jeder Rekord wie das erste Mal.

Die Zahl 43 steht für die Serie von Siegen, die am 21. Juli 2023 in Monaco unterbrochen wurde. Damals reichte es „nur“ zu Rang vier. Seitdem ist er unbezwungen. Die Zahl 15 steht für die Weltrekorde, die er seit 2020 schraubte. Angefangen mit 6,17 m in Toruń, jetzt 6,31 m in seiner Heimatstadt. Ein halbes Jahr vor den Olympischen Spielen von Los Angeles hat er die Latte schon wieder eine Spur höher gelegt.

Die mechanik hinter dem flug

Die mechanik hinter dem flug

Was die Kameras nicht zeigen: zwischen 6,08 m und 6,31 m liegen nur neun Minuten. In dieser Zeit veränderte sein Team die Stabbiege um zwei Hundertstel, schob die Anlaufmarke 18 Zentimeter nach vorn und wechselte die Pegel auf der Aufschlagbank. Mikro-Anpassungen, die Milliarden von Fernsehzuschauern in 4K-Slowmotion nicht sehen, aber den Unschlagbaren noch ein Stück unschlagbarer machen.

Die Latte bei 6,31 m lag nur zwei Zentimeter über seiner WM-Leistung aus Tokio. Dort hatte er 6,30 m gesprungen – im September 2025. Die Welt hatte geahnt, dass er die Marke wieder angreifen würde, aber so schnell? Das Indoor-Weltbestjahr 2026 ist gerade zwei Monate alt. Die Frage ist nicht mehr, ob er die 6,40 m knacken kann, sondern wann er Lust dazu hat.

Die show danach ist programm

Die show danach ist programm

„Ich springe für Schweden, für meine Familie, für jeden, der sich jemals einen Traum ausgemalt hat“, sagte er in die Kameras. Dann nahm er die 24-jährige Desire Inglander, seine Verlobte, in den Arm. Die Arena sang die schwedische Hymne, aber eigentlich war es schon laut genug. Die TikTok-Clips seiner Landung kursieren innerhalb von Minuten mit Millionen Aufrufen. Sponsoren jubeln, Statistikportale updaten, der Rest der Szene träumt weiter.

Die Saison ist jung, die Latte liegt jetzt bei 6,31 m. Die nächste Show folgt beim Diamond-Meeting in Eugene. Dort ist die Decke offen, der Wind erlaubt, die Konkurrenz verzweifelt. Und Duplantis? Der packt seinen Stab, grinst, startet seine Musik und fliegt weiter. Die 6,40 m sind kein Traum mehr – sie sind nur noch eine Frage des Terminkalenders.