Juve jagt goretzka: drittes anlaufen, erste reihe, null gnade
Turin schlägt zurück. Nach zwei gescheiterten Versuchen rudert Juventus beim Werben um Leon Goretzka jetzt mit der Breitseite: Luciano Spalletti hat den Mittelfeldspieler laut Gazzetta dello Sport persönlich auf Platz eins seiner Sommer-Wunschliste gesetzt. Der FC Bayern wird den 31-jährigen Profi ziehen lassen – Vertrag aus, Neustart wahrscheinlich. Italien winkt, England auch.

Arsenal mischt mit, leverkusen lauert
Die Londoner sollen bereits konkrete Gespräche führen, Bayer 04 Leverkusen hält sich laut interner Quellen bereit, sollte Goretzka eine Rückkehr in die Bundesliga bevorzugen. Das Rennen ist offen, die Preisschraube noch nicht fixiert, weil der Spieler ablösefrei zu haben ist. Für Juve ein Argument, für Goretzka eine neue Machtposition. Er kann sich aussuchen, wer ihn zukünftig auf dem Rasen einsetzt.
Die Alte Dame blickt dabei weit zurück. Bereits im Oktober 2010 – Goretzka gerade mal 15 – saß Juve-Scout Giovanni Rossi in Göttingen auf der Tribüne, als der Bochumer sein Debüt für die deutsche U16 gegen Nordirland gab. Seitdem tickt in Turin eine Uhr, die nun zwölf Jahre später alarm schlägt. Spalletti braucht eine robuste Box-to-Box-Kraft, das 3-5-2 lebt von Läufern, die gleichzeitig Ball sichern und Angriffe initiieren können. Goretzka passt ins Profil, seine Erfahrung aus 45 Champions-League-Spielen inklusive.
Doch Juve muss überzeugen, nicht nur bezahlen. Die Gazzetta schreibt von einem „dringenden Vorstoß“, um die britische Konkurrenz zu überflügeln. Arsenal kann mit Premier-League-Klassifizierung und Mikel Artetas aufstrebendem Projekt punkten, Leverkusen mit Vizemeister-Qualität und Xabi Alonsos Ballbesitz-Fußball. Goretzka selbst signalisierte zuletzt, dass er „eine neue kulturelle Herausforderung“ anziehend finde. Spricht das für London oder Turin? Oder doch für die Rückkehr nach Deutschland, wo er 2018 vom FC Schalke an die Isar wechselte?
Die Entscheidung fällt innerhalb der nächsten Wochen. Nach der Europameisterschaft steht der Transfermarkt Kopf, dann will Goretzka Klarheit. Juve plant offenbar ein Angebot über vier Jahre plus Option, womit man seine Altersstruktur verjüngen würde. Arsenal soll bereit sein, die Gehaltsgrenze von 10 Millionen Euro netto zu überbieten, Leverkusen setzt auf ein Konzept mit reduzieter Spielzeit aber höherer Verantwortung. Drei Angebude, ein Ziel: den Nationalspieler zu binden, bevor das Preisspiel beginnt.
Am Ende zählt nur, wer Goretzkas Herz und Kopf gleichermaßen anspricht. Die Gazzetta schließt ihren Bericht mit einem Satz, der in Turin seit Jahren kursiert: „Wer ihn einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht.“ Juve hat ihn 2010 gesehen, 2026 will man ihn endlich verpflichten. Ob es beim dritten Mal reicht, entscheidet sich bald – und wird die Kräfteverhältnisse im Mittelfeld von Serie A und Premier League neu justieren.
