Jokic und wembanyama liefern sich krimi mit overtime – und ein geständnis

Denver – 48 Minuten reichten nicht. Nikola Jokic und Victor Wembanyama schrieben eine Overtime-Oper, die die Ball Arena zum Kochen brachte und die MVP-Debatte neu entfachte. Am Ende standen 136:134 für die Nuggets, aber die Zahl, die bleibt, ist 2,41 – die Meter, die Wembanyama über Jokic stemmt, wenn er in die Shooting Motion geht.

Jokic zieht den kopf aus der schlinge

40 Punkte, 13 Assists, 8 Rebounds – schon statistisch ein Monstrum. Doch die Zahlen erzählen nur die Hälfte. Mit 1:21 in der Overtime traf der Serbe den Step-Back-Drei, der die Spurs auf 129:134 abräumte und die Arena in ein Bellen verwandelte. Es war keine Heldenpose, nur ein Seufzer: Er wischte sich den Schweiß aus dem Bart und lief zurück. Coolness als Waffe.

Den Spurs fehlte nur das letzte Brett. Gregg Popovich wechselte klein, spielte fünf Out, doch Wembanyama blieb auf dem Court – als 2,24-Meter-Sicherung. Er blockte Jokic zweimal in Serie, segelte für einen Putback-Dunk durch die Zone und verwandelte mit 34 Punkten, 18 Rebounds, 7 Assists und 5 Blocks eine Niederlage in eine Visitenkarte.

Respekt, der wehtut

Respekt, der wehtut

„Er ist derzeit der beste Offensivspieler der Welt“, sagte Wembanyama in strahlender Offenheit. Keine Standard-Phrasen, sondern ein Geständnis. Jokic konterte, ohne die Zähne zu zeigen: „Er ist der einzigartigste Two-Way-Player der Liga. Komm eine Millisekunde zu spät – Korb.“ Die beiden umarmten sich, als hätten sie gerade ein Duell mit Floretten ausgetragen, nicht mit Ellbogen.

Denver springt auf 47-19, bleibt zweiter hinter OKC. San Antonio rutscht auf 26-40, doch die Schmach von gestern ist Makulatur. Die Liga hat ihre Final-Vorschau gesehen: Ein Slowene mit Blick für Geometrie gegen einen Franzosen mit Spinnen-Armen. Die Playoffs sind noch zwei Monate entfernt, aber das Bild, das hängen bleibt, ist schon jetzt in HD gebrannt.