Hamburg towers: von der krise zum play-off-traum – ein überraschendes comeback
Die Hamburg Towers haben es geschafft: Nach einem desastrosen Saisonstart und der Abstiegsangst klammern sich die Norddeutschen plötzlich an die Chance auf die Play-in-Runde der Easycredit Basketball-Bundesliga. Geschäftsführer Marvin Willoughby kann inzwischen sogar wieder scherzen – ein ironischer Kontrast zu den turbulenten Monaten.

Die achterbahnfahrt der towers: von 19 pleiten zur wende
Anfang April verkündete Willoughby in einem Video mit Dyn-Kommentator Arne Malsch noch eine angebliche NBA-Kooperation, um dann kurz darauf die Entwarnung zu geben: „April, April!“ Doch hinter der humorvollen Fassade verbargen sich tiefe Sorgen. Nach einem erschreckenden Fehlstart mit 19 (!) Niederlagen in Folge wankten die Türme bedenklich. Willoughby reagierte mit einem mutigen Umbruch, tauschte vier Spieler aus und behielt den Trainer Benka Barloschky im Amt. Eine Entscheidung, die sich nun auszahlt.
Die entscheidende Rolle von L.J. Thorpe Der Aufschwung der Towers ist eng mit dem Namen Leonard Bernard Thorpe Junior verbunden. Der 26-jährige Point Guard, der bei den jüngsten Erfolgen gegen Bayern München und Oldenburg als bester Hamburger brillierte, ist nicht nur auf dem Parkett unersetzlich, sondern auch als Kabinen-DJ. Seine erstaunliche Musikauswahl – von Taylor Swifts „You Belong With Me“ bis zu Ella Mais „Little Things“ – sorgt für gute Stimmung und offenbar auch für Erfolg.
Thorpe, der aus West Palm Beach, Florida, stammt, ist ein Mann der Kontraste. Ehemals Football-Spieler, der aufgrund seiner Größe und der härteren Hits zum Basketball wechselte, liebt er in seiner Freizeit das ruhige Hobby des Angelns. Sein Onkel, der ehemalige NBA-Star Otis Thorpe, spielte 14 Jahre in der Liga und feierte 1995 mit den Houston Rockets den Titelgewinn. „Mein Ziel ist es, immer zu gewinnen“, erklärt Thorpe, dessen Vertrag bis 2027 läuft.
Willoughby bremst jedoch die Euphorie: „Zwölf Siege wären gut, um absolut sicher zu sein, dass wir die Klasse halten. Also fehlt noch einer.“ Doch die Chance ist da, und die Fans können sich am Ostersonntag auf ein spannendes Heimspiel gegen die Frankfurt Skyliners freuen. Das Spiel wird live im kostenlosen Stream auf SPORTBILD.de und im Free-TV auf WELT TV übertragen – ein Muss für jeden Basketball-Fan.
Die Towers haben bewiesen, dass man auch aus einer vermeintlich aussichtslosen Situation noch die Wende schaffen kann. Mit Thorpe an der Spitze und Willoughby am Ruder scheint der Play-off-Traum plötzlich greifbar. Die Frage ist nicht, ob sie es schaffen, sondern wie weit sie gehen können.
