Jan hörl wirft das handtuch: olympia-gold, aber der rücken kapituliert

Die Saison ist für Jan Hörl gelaufen. Nach Gold in Predazzo und Silber bei der Skiflug-WM stoppen ihn nun die Rückenmuskeln. Der ÖSV gab den vorzeitigen Abbruch bekannt – Oslo, Vikersund und Planica finden ohne den 27-Jährigen statt.

Hörl selbst klingt erleichtert, als wäre jedes Springen seit Wochen ein Wettlauf gegen die eigene Wirbelsäule. „Die Rückenbeschwerden begleiten mich jetzt schon zu lange“, sagt er. Die Therapie rückt in den Vordergrund, der Rest der Saison wird gestrichen. Kein Drama, nur harte Physiologie.

Die kleine achterbahn nach dem großen traum

Die kleine achterbahn nach dem großen traum

Die Bilanz liest sich trotzdem wie ein Märchen: Olympia-Sieg im Super-Team mit Stephan Embacher, Vizeweltmeister im Team-Fliegen, zweiter Platz in der Tournee. Nur der Gesamtweltcup will nicht so recht – Platz acht, weit weg von der Vorjahres-Explosion, als er Zweiter hinter Kobayashi wurde.

Die Zahlen offenbaren die Spaltung: Auf Großschanzen lief es, auf normale Anlagen schon weniger. Nach der Gold-Medaille fehlte er in Kulm, in Lahti holte er mit Daniel Tschofenig den nächsten Team-Sieg. Dann schalteten die Schmerzen auf Stopp.

Für die Adler heißt es Umplanen. Andreas Widhölzls Kader verliert einen Schlüsselspringer, dessen Startnummer in den letzten Flugtagen niemand einfach so übernehmen kann. Die Konkurrenz um die Raw-Air-Punkte und die Nationscup-Wertung bekommt Luft nach oben.

Hörl bleibt cool. Auf Instagram klingt sein Post wie ein Rücktritt ohne Tränen: „Sollte es Neuigkeiten geben, halte ich euch auf dem Laufenden.“ Bis dahin fliegen die Kollegen ohne ihn – und er fliegt, hoffentlich, schon bald wieder ohne Schmerzen.