Italiens letzter tanz: gattusos truppe peilt endrunde nach 12 jahren an
Zenica riecht nach Kerosin
. 9.500 bosnische Fackeln werden heute Abend im Bilino Polje brennen, um Italiens WM-Traum in Rauch aufgehen zu lassen. Das sagt schon die Zahlenlage: seit 2014 wartet die Squadra Azzurra auf eine Teilnahme, heute ab 20.45 Uhr ist die letzte Schleuse offen – oder für immer geschlossen.Stadion reduziert, karten verfeuert
Die UEFA bestätigte am Morgen, dass die Kapazität um 20 % gekürzt bleibt. Strafe für Randalen im November gegen Rumänien. Konkret: Tribüne West, Reihen eins bis drei, leer. Kurve Süd, Sektoren B, C, D, verrammelt. Tickets gibt es seit Freitag 10.14 Uhr nicht mehr – 27 Minuten nach dem 2:0 der Bosnier gegen Wales war die Online-Warteschlange abgebrannt.
Technische Randnotiz: Goalline-Technologie? Fehlanzeige. Clement Turpin wird im Zweifel auf VAR-Video zurückgreifen. Das System steht, aber nur per Fernsehbild, nicht per Chip im Ball.

So startet gattuso – mit zwei debütanten im sturm
Die Aufstellung ist kein Geheimnis mehr: 3-5-2, Donnarumma im Kasten, Mancini-Bastoni-Calafiori als Dreierkette. Auf den Außen Politano und Dimarco, in der Mitte Barella, Locatelli, Tonali. Vorn: Kean und Retegui, beide suchen ihren ersten Turniertreffer. Kein Immobile, kein Insigne – Gattuso setzt auf Tempo statt Tiki-Taka.
Edin Dzeko lächelt dazu. Der Bosnier, 37, führt die Heimelf als 4-4-2 an, Gigovic und Bajraktarevic sollen die Flügel rollen. Die Statistik? 4 Siege für Italien, 1 Remis, 1 Niederlage – und die war 1996 im letzten Länderspiel von Arrigo Sacchi. Ein Omen? Eher eine Fußnote.
Anpfiff um 20.45, zugang ab 17.45 – teams kommen später
Die Tore öffnen dreieinhalb Stunden vor dem Start, doch die Busse rollen erst kurz vor knapp: Bosnien 19.10 Uhr, Italien 19.15 Uhr. Sicherheitsabstand zur Menge, so die Polizei. Übertragen wird die Partei live auf Rai 1, parallel gibt es einen Text-Ticker bei Gazzetta.it. Wer heute Abend in Zenica steht, erlebt entweder die Renaissance eines Giganten – oder das Ende einer Ära.
Die Uhr tickt. Zwölf Jahre WM-Abstinenz sind genug für ein Land, das vier Sterne trägt. Jetzt zählt nur noch das Netto-Ergebnis. Alles andere ist Staub.
