Italiens 70er-ikone giuseppe savoldi stirbt mit 79 – so nahm sohn gianluca abschied
Die italische Fußballwelt trauert: Giuseppe Savoldi, Sturmlegende der Napoli-Ära und erster „Zwei-Milliarden-Lira-Mann“, ist tot. Er wurde 79 Jahre alt. Sein Sohn Gianluca gab den Tod auf Instagram bekannt – mit Worten, die das ganze Land bewegen.
„Beppe“ ging in seine letzte dimension
„Er ist in eine andere Dimension eingetreten“, schreibt Gianluca Savoldi, heute U-19-Trainer des AC Renate. „Seine Orte, sein Zuhause, seine Lieben begleiteten ihn bis zum letzten Atemzug.“ Der ehemalige Stürmer hatte sich jahrelang gegen eine ungenannte Krankheit gewehrt, zuletzt von Ärzten in Bergamo und zuhause betreut.
Für die Atalanta, den Bologna FC und vor allem für Napoli lief Savoldi zwischen 1965 und 1983 554 Pflichtspiele und schoss 233 Tore. 1975 löste der SSC Neapel damals sensationelle 2 Milliarden Lire plus 600-Millionen-Bonus für den Mitspieler Rampanti auf – ein Transfer, der Italiens Gazetten wochenlang füllte und Savoldi den Spitznamen „Mister due miliardi“ einbrachte.
Obwohl er nur viermal für die Nazionale auflief, galt Savoldi als Synonym für die kreative Offensivkraft der 70er. Mit seinem linken Fuß spitzte er Bälle, als wären sie aus Samt, und seine Kopfballstärke machte ihn zur Angst aller Verteidiger. Neapolitaner erinnern sich bis heute an sein Tor gegen Juventus im Oktober 1975, als er nach einem Solo halbrechts einschoss und das San-Paolo-Stadion erbebte.

Ein name, der generationen prägte
Nach seiner Karriere zog sich Savoldi weitgehend zurück. Er arbeitete als Berater, sprach selten über Geld oder Ruhm. Stattdessen widmete er sich der Familie – und der Jagd nach dem perfekten Espresso in seiner Heimatstadt Bergamo. Wer ihn traf, erlebte einen Mann, der vom Fußball erzählte, als wäre es Poesie.
Die Nachricht seines Todes löste am frühen Abend eine Welle der Anteilnahme aus. Atalanta twitterte ein Foto aus der Kurve von 1972, Bologna ließ seine Trikotnummer 11 für das Wochenende ruhen. Und in Napoli hängen Fans bereits Schals am Tor des alten Stadions – ein stiller Salut an den Mann, der einst mehr kostete als ein Mittelklasse-Flugzeug.
Giuseppe Savoldi hinterlässt seine Frau Eliana, die Kinder Gianluca, Valentina, Guya und Gabriella sowie drei Enkel. Die Trauerfeier findet in den nächsten Tagen in Bergamo statt – wo einst alles begann, was das italische Fußballmärchen der 70er prägte.
