Italien u20 kassiert vierte niederlage: 37-17-debakel gegen england

Treviso – Eine Stunde lang hält das italienische U20-Team dagegen, dann platzt der Knoten. 37-17 lautet die deutliche Schlussbilanz gegen England, die vierte Niederlage im vierten Spiel. Die jungen Azzurri verharren damit auf dem letzten Tabellenplatz des Sei Nazioni und stecken tief im Abstiegskampf.

Ballbesitz von 36 % reicht nicht für den lucky punch

Die Zahlen sind gnadenlos: 36 % Ballbesitz, 26 % Feldanteil. Trainer Alberto Gavaldà hatte vor allem eins eingeschärft – Tackle-Sicherheit. Die Jungs liefern: 142 von 148 Tackles sitzen, Wilson klaut zweimal den Ball im Ruck. Doch ein Rugby-Match gewinnt man nicht mit Verteidigungsarbeit allein.

Die erste Viertelstunde gehört komplett den Gästen. Dreimal verpasst England die frühe Vorentscheidung nur um Zentimeter. Dann schlägt Roda zu: Abfangpass gegen Keylock, Kick in den gegnerischen Fünf-Meter-Bereich, Celi schraubt sich über Offiah hinweg – 7-0. Das Stadio Comunale erbebt, die englische Reservebank schweigt.

Der Lucky Punch bleibt aus. Braga verpasst zwei Pflicht-Transformationen, als das Spiel noch offen ist. Statt 14-7 steht es 7-7, und die Moral der Gäste kehrt zurück. Knight gleicht per Schnellangrif aus, Keylock lässt das erste Mal die Fahnenstange zappeln – 10-7 zur Pause.

Kelly bricht das bollwerk, casarin hält die fäden zusammen

Kelly bricht das bollwerk, casarin hält die fäden zusammen

Kurz nach Wiederanpfiff nutzt England die Überzahl: De Novellis sieht Gelb für ein ausweichendes Abseits, Friday nutzt die Lücke – 17-7. Die Antwort folgt prompt: Faissal erobert einen locker geglaubten Ball, Pelli zieht durch die Mitte, 17-12. Dann Faissal wieder, diesmal mit Fußball-Kontrolle und Flaggentreffer – 20-17, kein zusätzlicher Punkt.

Die Partie kippt in Minute 63. Kelly bricht zweimal Tackles, Brasini und Bianchi landen hinter ihm im Gras – 25-17. Von hier an spielt nur noch England. Ainsworth-Cave wirft einen Hail-Mary-Pass, Keylock fängt in der Bewegung – 32-17. Marsh legt den Deckel drauf, 37-17, Abpfiff.

Held der Nacht ist außer Konkurrenz Flanker Casarin: zweimal Balleroberung im Last-Second-Tackle, 16 Tackles insgesamt. „Wir haben die kleinen Siege geholt, aber den großen verschenkt“, sagt er mit zittriger Stimme. „Wales in Cardiff wird unser Endspiel.“

Für Italien bleibt die Rechnung simpel: Sieg in Cardiff plus gleichzeitige Niederlage Schottlands gegen Irland – sonst wird es eng. Die U20-Welt versinkt derzeit im tiefsten Meer der Statistik: 17 Spiele ohne Sieg, nur 46 % Erfolgsquote beim eigenen Line-out, 14 verpasste Pfostentreffer in diesem Turnier. Die Uhr tickt.

Am Sonntag um 15 Uhr deutscher Zeit geht’s um alles. Cardiff, Arms Park, Regen vorprogrammiert. Für Gavaldà und seine Jungs ist es nicht mehr die Frage, ob sie märchenhaft spielen – sondern ob sie überhaupt noch an die eigene Wende glauben. Die Antwort liegt in den Köpfen, nicht in den Statistiken.