Kontiolahti jagt doppelschlag: fichtner will nach platz 5 noch mehr
Kontiolahti wird heute zur Biathlon-Arena mit Doppelpack: Erst kämpfen die Frauen um 13.40 Uhr im Massenstart um jeden Meter, zwei Stunden später tritt die deutsche Männer-Staffel gegen Frankreich, Norwegen und Schweden an – ohne Justus Strelow, dafür mit jeder Menge Frust aus dem Ski Nordic.
Marlene fichtner jagt das nächste karriere-highlight
Die 22-jährige Marlene Fichtner flog nach ihrem fehlerfreien Einzel-Rennen und Rang 5 direkt vom Schneesturm der Emotion ins Mittagstraining. „Ich kann es gerade noch gar nicht fassen“, sagte sie noch völlig durchgefroren, aber mit Glanz in den Augen. Die Chance, heute erneut aufzutrumpfen, nimmt sie mit kantigem Humor: „Wenn ich wieder perfekt schieße, muss sich der Rest der Welt nur zu fügen.“
Das deutsche Frauen-Team lieferte gegen die übermächtigen Öberg-Schwestern zuletzt eine Aufbäumer-Leistung ab, kassierte aber zu viele Strafrunden. Trainerinnen schrauben nun an Kleinigkeiten: Laufzeit statt Schießkrimi lautet die Devise. Die Loipe liegt bei minus neun Grad fest im Griff finnischer Eisverhältnisse – ideale Voraussetzung für schnelle Rhythmen.

Strelow-fehlstart, stafetten-trauma und die nächste chance
Die Männer-Staffel muss weiter auf Justus Strelow verzichten – ein Riss im Aufbaugefüge, der sich in den letzten Saisonsiegen der Franzosen und Norweger besonders weh tut. Johannes Kühn, der als Ersatzmann in der ersten Runde startet, bringt sich selbst auf Betriebstemperatur: „Wir haben nichts zu verlieren, nur Punkte zu holen.“
Die Doppellast heute und morgen verspricht 48 Stunden Dauerspannung. ZDF überträgt live, Eurosport liefert Parallelberichterstattung, und im kostenlosen Stream der ZDF-Mediathek kann man die Atemwolken der Athleten buchstäblich mitverfolgen. DAZN-Nutzer erhalten zusätzliche Kameras auf der Schießanlage – wer verpasst, verpascht.
Die Deutsche Mannschaft reist mit nur einer Olympia-Medaille im Gepäck durch den Norden – ein Makel, der intern für heimliche Krisensitzungen sorgt. Sportdirektorin Franziska Preuß formulierte das interne Ziel schonungslos offen: „Wir wollen in Kontiolahti nicht nur Flagge zeigen, sondern sie hissen.“
Der Weltcup ist längst mehr als nur ein Zwischenspurt. Für Fichtner und Co. ist jedes Rennen ein Mini-WM-Final, für die Verbandschefs ein Gradmesser, ob die harte Nachwuchsarbeit Früchte trägt. Die Uhr tickt: In 24 Stunden stehen schon wieder die Staffel der Frauen und der Massenstart der Männer an. Wer heute zögert, fliegt morgen raus.
Die Fakten sind klar: 12,5 km für die Damen, 4 x 7,5 km für die Herren, beide Male auf eisigem Kontiolahti-Snow. Die Kugel liegt bereit, der Wind pfeift, die Nationen sind gewarnt. Deutschland braucht heute keine halben Sachen – sondern Volltreffer.
