Walscheid: „milan bringt auch bei schweren etappen topform mit!

Bulgarien am Schwarzen Meer – der Auftakt zum Giro d’Italia 2026 steht vor der Tür, und mit ihm die Hoffnung auf Sprinttriumphe für Jonathan Milan. Der Italiener gilt als haushoher Favorit, und sein deutscher Helfer Max Walscheid vom Lidl-Trek Team verspricht eine Schlüsselrolle bei der Vorbereitung und Unterstützung. Doch Walscheid hat auch eigene Ziele, die er bei der größten Rundfahrt Italiens verfolgt.

Eine partnerschaft, die früchte trägt

Obwohl Milan und Walscheid erst seit fünf Monaten gemeinsam für Lidl-Trek fahren, konnten sie bereits vier Siege gemeinsam feiern. Diese Erfolgsserie wollen sie nun beim 109. Giro d’Italia ausbauen. „Schon bevor wir Teamkollegen wurden, kannte ich seine Fahrweise natürlich schon aus gemeinsamen Rennen“, erklärt Walscheid im Gespräch mit Eurosport. „Die Feinheiten haben wir dann bei den Rennen abgestimmt.“

Doch die Zusammenarbeit geht über die reinen Sprintvorbereitungen hinaus. Walscheid betont die Bedeutung, auch als erfahrener Teamkollege die Motivation hochzuhalten und auf eine sparsame Fahrweise zu achten, um Kräfte zu schonen. „Ein wichtiger Punkt ist, über die drei Wochen auch ab und zu dafür zu sorgen, dass die Motivation hoch bleibt“, so Walscheid.

Mehr als nur ein helfer

Mehr als nur ein helfer

Walscheid selbst hat neben seiner Unterstützung für Milan auch eigene Ambitionen. Insbesondere das Einzelzeitfahren am 10. Mai hat es ihm angetan. „Da würde ich gerne einen Platz ganz vorne holen“, erklärt er. Auch mit Blick auf die anstehende WM will er zeigen, was er draufhat. Die Unterstützung durch Lidl-Trek im Zeitfahr-Setup hat sich für ihn entscheidend verbessert: „Früher war da viel Eigeninitiative gefragt, jetzt habe ich viel Unterstützung.“

Die Konkurrenz im Sprint ist zwar nicht so massiv wie beispielsweise bei Milans Tour-Premiere im letzten Jahr, doch Namen wie Dylan Groenewegen und Paul Magnier sind ernst zu nehmen. Walscheid schätzt die Rivalen realistisch ein und ist sich bewusst, dass auch Kaden Groves, Arnaud De Lie und Tobias Andresen gefährliche Gegner sein können.

Mit sieben möglichen Sprintsiegen rechnet Walscheid für das Lidl-Trek Team. Das erste große Ziel ist jedoch klar: den Gewinn der ersten Etappe und das anschließende Rosa Trikot für Jonathan Milan. Die Zusammenarbeit mit Topstars wie Mads Pedersen im Team hat ihm zudem Rückenwind gegeben. „Mit und für ihn zu fahren, ist eine große Motivation“, betont Walscheid. Er hat im Winter das Gefühl gehabt, dass er ihm helfen kann, trotz des Sturzes bei der Valencia Rundfahrt.

Die Bilanz der Saison bis zum Giro ist durchwachsen, aber mit Top-Ergebnissen im Zeitfahren und bei Roubaix konnte Walscheid bereits zeigen, was in ihm steckt. „Es ist auf jeden Fall die professionellste Grundstruktur, die ich je kennengelernt habe“, resümiert Walscheid über Lidl-Trek. „Die Finanzkraft sorgt für Rückhalt und Stabilität.“

Mit Blick auf die Gesamtwertung des Giro, in der Derek Gee-West eine wichtige Rolle spielen soll, betont Walscheid, dass die Sprintsiege die klarere Chance für Lidl-Trek darstellen. „Ganz wichtig ist, dass es menschlich passt“, sagt er. „Im Gesamtklassement will Derek möglichst weit nach vorne fahren, aber er ist kein absoluter Podiumskandidat.“ Das Team will zeigen, dass die Stärke im Sprint liegt und diese Chance nutzen.