Isis sio atmet wieder selbst: 19-jährige boxerin erwacht aus dem künstlichen koma

Die Boxwelt hielt den Atem an. Jetzt atmet Isis Sio wieder – ganz ohne Maschine. Die 19-jährige Fliegengewichtlerin hat das künstliche Koma überstanden, das sie nach einem brutalen K.o. in San Bernardino in eine Zwischenwelt aus Hirnödemen und Angst versetzt hatte.

Die Uhr stand bei 1:18 Minuten des ersten Rounds, als Jocelyn Camarillo eine Fünf-Schlag-Kombination abfeuerte. Sio ging rückwärts zu Boden, zuckte, rührte sich nicht mehr. Die Rettungshelikopter-Landeplatz-Show beginnt. Fünf Tage später die erste gute Nachricht: Kein Beatmungsschlauch mehr, eigene Atmung stabil.

Der zweite k.o. innerhalb von 49 tagen

Der zweite k.o. innerhalb von 49 tagen

Ihr Management schickte sofort ein Statement hinterher: Der Januar-K.o. sei „nur“ ein Lebertreffer gewesen, kein Kopfschlag. Als ob ein Knockout eine Fußnote wäre. Die Athletic Commission von Kalifornien hatte sie trotzdem freigegeben, weil der CT-Scan nach dem ersten K.o. „unauffällig“ war. Jetzt liegt sie auf Intensiv, und die Scans zeigen, was medizinische Studien seit Jahren beschreien: Das Gehirn vergisst keine zweite Bombe so schnell.

ProBoxTV, die Promoter, die das Event inszenierten, sprechen von „vielversprechenden Neuigkeiten“. Die Wortwahl klingt wie ein Sponsorenvertrag, der auch dann noch läuft, wenn die Sportlerin nicht mehr laufen kann. Ihr Team schreibt von „disziplinierter Vorbereitung“, doch Disziplin schützt nicht vor der Physik. Ein Lebertreffer kann das Hirn nicht erschüttern – aber der zweite K.o. schon.

Die Boxwelt schaut jetzt auf Kalifornien, wo innerhalb von zwei Monaten zwei Amateurschläge zu einem Profi-Alptraum wurden. Die Frage ist nicht, ob die Kommission die Lizenzvergabe überdenkt. Die Frage ist, wie viele 19-Jährige noch zustimmen, bevor sie wissen, dass das nächste Mal das Koma kein künstliches, sondern ein echtes sein könnte.