Kostov, 17, jagt cristiano und lässt arsenal zittern
Ein Teenager mit 13 Treffern in 37 Pflichtspielen, ein Debüt für die A-Nationalmannschaft mit 17 Jahren und fünf Monaten, ein Spitzname, der an Zlatan erinnert: Vasilije Kostov ist längst kein Geheimtipp mehr, er ist die nächste serbische Bombe.
Am Mittwoch trifft er mit der Orlovi in Villarreal auf Spanien – und wird erneut die Scout-Listen der großen Klubs durcheinanderwirbeln. Seit seinem Doppelpack in der Europa League gegen Maccabi Tel Aviv (3:0) meldet sich alle 48 Stunden ein neuer Klub. Arsenal liegt vorn. Die Londoner haben Kostov bereits in Roter Stern-Zirkeln filmen lassen, Mikel Arteta soll ihn „zwangsläufig“ im Sommer holen wollen.
Der tag, an dem das kinderzimmermuseum schloss
Die Elften-Klasse des Sportgymnasiums Belgrad hat heute Nachmittag frei – weil „Kuri“ zum Team-Meeting muss. Kostovs Eltern arbeiten als Sportlehrer, das Wohnzimmer war früher Trainingsfläche, die Küche Videokabinett. Cristiano Ronaldo hing überall. „Ich hatte mehr Poster von CR7 als Tapeten“, sagt er und lacht, als wäre das kein Klischee. Die Tapete ist ab, an ihrer Stelle steht jetzt ein 85-Zoll-Screen mit Laufbandanalyse. Papa Predrag: „Erst Schule, dann Ball. Das war Non-negotiable.“
Diese Erziehung schlägt sich in Zahlen nieder. 40 Profipartien, 13 Tore, 7 Vorlagen – als Box-to-Box-Mittelfeldspieler. Vergleichswerte? Paul Pogba hatte zur selben Zeit in der Premier League zwei Treffer auf dem Konto. Die Cerámica wird Kostovs 41. Spiel werden – und vielleicht die Bühne, auf der er sich endgültig aus dem Schatten der großen serbischen Namen tritt.

Warum spanien ihn noch nicht auf dem radar hatte
Luis de la Fuente schickte erst gestern Extra-Videos: Kostovs Bewegungsmuster in der Halbraum-Zone. Die Analysten haben herausgefunden, dass 71 % seiner Tore aus der zweiten Welle resultieren – er lauert nicht, er liest. Gegen Partizan schoss er den 3:0-Schlusspunkt, nachdem er selbst den Konter initiiert hatte. 14 Sekunden, 56 Meter, drei Ballkontakte.
Spanien wird mit einer Man-Coverage auf ihn reagieren, Rodri als Shadow. Kostovs Gegenmittel: „Ich schaue mir an, wie Modric es macht – kurzer Blick, dritter Mann, dann weg.“ Luka Modric, der Kroate, den die Serben als nahezu eigener betrachten, weil seine Eltern aus Zara stammen. Ein Sieg gegen Spanien wäre mehr als drei Punkte: endlich der Beweis, dass Serbien nicht nur Tennis- und Basketball-Giganten hervorbringt.
Die Uhr tickt. In zwei Wochen wird Kostov 18, dann darf er offiziell mit dem Profivertrag von Roter Stern unterschreiben – oder direkt den Release-Klausel-Scheck über 25 Millionen Euro einlösen. Arsenal hat schon die Zimmernummer im Marriott gebucht, den Schlüssel für den Medizincheck deponiert und eine WhatsApp-Gruppe „Project K-08“ angelegt. Kostov selbst schreibt nur zurück: „Erst Spanien, dann sehen wir weiter.“
Fakt: Seit 1991 wartet Serbien auf den nächsten Weltklasse-Feldspieler. Wenn Kostov heute Abend trifft, dürfte das Warten vorbei sein – und die Jagd auf den Jungen beginnt, der einst Cristiano-Poster an die Wand pinnnte und nun selbst Poster liefert.
