Iranerinnen flehen um asyl – trump mischt sich ein, der verband blockiert

Die iranische Fußballnationalmannschaft der Frauen ist aus der Asienmeisterschaft ausgeschieden – und sofort in einen diplomatischen Sturm geraten. Fünf Spielerinnen haben offenbar beim australischen Premierminister um politisches Asyl angesucht, nachdem sie zuhause als Verräterinnen beschimpft wurden. Donald Trump, US-Präsident, forderte Canberra via Krisenhotline, die Frauen „sofort“ aufzunehmen. Die Reaktion des iranischen Verbands folgte am selben Tag: „Unsachgemäße Einmischung“, lautet die Anklage.

Der streichung des liedes folgte der militärische gruß

Beim Eröffnungsspiel schwiegen die Kickerinnen während der Hymne – ein mutiger Protest gegen die Zustände im Iran. 48 Stunden später sangen sie mit klarer Stimme und salutierten stramm. Für Teheran war der Fall erledigt, für die Spielerinnen nicht. Drohungen über soziale Medien häufen sich, Reisepässe sollen untersagt werden. Trump sieht darin „eine humanitäre Pflicht“ und schaltet sich ein. Doch der Verband wirft ihm vor, Sport zu politisieren.

Die FIFA schweigt bislang, obwohl ihre Statuten politische Neutralität fordern. Intern herrscht Ratlosigkeit: Wenn Spielerinnen um Asyl bitten, greift Staatsrecht – da hat der Weltverband kein Stimmrecht. Doch was ist, wenn der eigame Verband die Athletinnen als Staatsdienerinnen umschreibt und ihnen jede Autonomie abspricht?

Teheran droht mit Ausschluss aus der Qualifikation für die nächste WM, sollte eine der Frauen das Land nicht zurückkehren. Australien wiederum steht unter Druck: Eine Absage würde die Beziehungen zu Washington strapazieren, eine Zusage jene zum Iran gefährden. In der Zwischenzeit trainieren die Betroffenen auf einem abgesperrten Campus nahe Gold Coast – weitab von Kameras, aber mitten in der geopolitischen Arena.

Die stimmen werden lauter, die uhren ticken

Die stimmen werden lauter, die uhren ticken

Menschenrechtsorganisationen fordern ein schnelles Vorgehen: „Jede Verzögerung erhöht das Risiko für die Spielerinnen exponentiell“, sagt Sara Hossain von Human Rights Watch. Der iranische Verband kontert mit Zahlen: 23 Millionen Twitter-Nutzer hätten die Hymne gesehen, also sei alles im Lot. Die Logik klingt absurd, sie zielt aber auf ein Publikum zuhause, das ohnehin nur die Staatsversion der Ereignisse zu hören bekommt.

Trump wiederum nutzt den Vorfall für seine Außenpolitik-Show. Ein Foto mit den fünf Fußballerinnen würde Milliarden von Klicks generieren – und neue Munition im Kampf gegen das Atomabkommen liefern. Die Frauen sind zum Spielball geworden, aber das Spielfeld ist kein Rasen mehr, sondern ein Minenfeld aus Diplomatie und Medienrummel.

Bisher unbestätigt: Insider berichten, dass Australien bereits Visa ausgestellt hat, diese aber auf Eis liegen, bis die FIFA ein internes Gutachten vorlegt. Zeitfenster: maximal zehn Tage. Dann läuft das Asylverfahren automatisch an – mit oder ohne Segen des iranischen Verbands. Die Uhr tickt lauter als jede Stadiouhr.

Der Fall dürfte bei der FIFA-Session im Mai auf die Tagesordnung wandern. Entscheidend wird sein, ob die Organisation erstmals den Mut aufbringt, Menschenrechte über nationale Souveränität zu stellen. Geschichtlich wäre das ein Präzedenzfall – und für den iranischen Frauenfußball möglicherweise die Rettung, zugleich aber auch das Aus. Denn ein Exil bedeutet: nie mehr für Iran auflaufen. Ein Preis, der höher ist als jede Trophäe.