Ioc schreibt frauen neue geschlechterregeln vor – trans-athletinnen fliegen raus

Das Internationale Olympische Komitee packt hart durch. Alle Frauen, die künftig um Medaillen kämpfen wollen, müssen sich einem einmaligen Geschlechtstest unterziehen – sonst keine Startgenehmigung. Trans-Frauen sind damit komplett von olympischen Wettkämpfen in der Frauenkategorie ausgeschlossen.

Die neue Richtlinie kommt zur rechten Zeit. Nach dem Medienkrawall um Boxerinnen Imane Khelif und Lin Yu-ting bei Olympia 2024 in Paris will das IOC endlich Ruhe. Beide Athletinnen hatten trotz angeblich „nicht eindeutiger“ Chromosomen-Sets starten dürfen – und lösten weltweite Debatten über Fairness aus.

Die alte praxis kehrt zurück

Die Methoden sind nicht neu. Zwischen 1968 und 1999 untersuchten Olympia-Ärzte bereits Bürstenabstriche auf das Y-Chromosom. Die Tests galten als Demütigung und wurden abgeschafft. Jetzt rollt das IOC den Stein erneut den Berg hinauf – mit dem Unterschied, dass die Daten diesmal digital gespeichert und an alle Weltföderationen weitergegeben werden.

Hinter dem Umschwung steht Kirsty Coventry. Die neue IOC-Präsidentin setzte eine interne Arbeitsgruppe ein, die „klare Kriterien für den Frauensport“ erarbeitete. Das Ergebnis: Wer sich nicht testen lässt, fliegt raus. Wer als Trans-Frau eingestuft wird, darf nicht starten. Punkt.

Trump-dekret spielt mit

Trump-dekret spielt mit

Druck kam auch von außen. US-Präsident Donald Trump unterschrieb im Januar ein Dekret, das Trans-Personen aus allen College- und Profi-Frauenwettbewerben ausschließt. Das IOC spürt den Wind aus Washington – und passt sich an, statt Gegenwind zu erzeugen.

Die Sportwelt reagiert mit Splittern. Der frühere Präsident Thomas Bach hatte Khelif und Lin in Paris noch in Schutz genommen: „Sie sind Frauen, Punkt.“ Khelif selbst sagte damals: „Ich bin ein Mädchen, keine Transfrau.“ Ihre Aussagen zählen jetzt nicht mehr.

Kritik wächst laut

Andrea Flores, Direktorin der Sport & Rights Alliance, wirft dem IOC „gezielte Ausgrenzung“ vor. „Geschlechtertests schaden allen Athletinnen, nicht nur Trans-Frauen“, so Flores. „Sie erinnern an dunkle Zeiten, in denen Frauen nach Körpermerkmalen bewertet wurden.“

Für den Nachwuchs wird die Hürde noch höher. Nachwuchs-Athletinnen, die erst an internationale Titel denken, müssen sich bereits im Jugendalter einem genetischen Screening stellen. Wer die Prüfung verweigert, scheidet künftig automatisch aus.

Die Entscheidung treibt einen Keil durch den Sport. Einige Nationen jubeln über „mehr Fairness“, andere befürchten eine Rückkehr zur „Gender-Polizei“ der sechziger Jahre. Die Debatte ist längst nicht zu Ende – sie beginnt gerade erst.