Senegal schmiedet pokal-revolte: trophäe trotz aberkennung nach paris

Paris wird zur Bühne für den waghalsigsten Pokalfauxpas des Jahres. Senegal lädt trotz offizieller Aberkennung des Afrika-Cup-Titels zur Show mit dem Originalpokal – und schickt sich an, den CAS mit einem Schlag gegen die eigene Brust zu beschleunigen.

Stade de France, Samstag, 17 Uhr. Eigentlich sollte es ein Testspiel gegen Peru sein. Doch wer denkt, die Hauptattraktion sei Fußball, kennt Abdoulaye Fall nicht. Der Verbandspräsident kündigte eine zweistündige Zeremonie an, in der der echte Pokal inklusive Medaillen präsentiert wird – ob die CAF will oder nicht.

Fall wettert gegen „administrativen raubüberfall“

„Ein Überfall auf dem grünen Teppich der Bürokratie“, so Fall bei der Pressekonferenz in Paris. Er spricht von „dem gröbsten Raub in der Geschichte unseres Sports“ und kündigt juristische Gegenwehr bis zur letzten Instanz an. Dabei beruft sich der Verband auf ein juristisches Vakuum: Es gebe keine gerichtliche Pflicht zur Rückgabe von Trophäen, solange der CAS keine endgültige Entscheidung fällt.

Das Finale gegen Marokko hatte Senegal zunächst verlassen, weil sich die Mannschaft über Schiedsrichterentscheidungen empörte. Die CAF wertete den Abbruch nachträglich als 3:0-Niederlage und krönte Marokko. Senegal legte umgehend Beschwerde beim Internationalen Sportgerichtshof ein, die Aktennummer CAS 2026/A/1234 dürfte in den nächsten Tage jedem Juristen ein Begriff sein.

Cas verspricht schnelle, aber faire entscheidung

Cas verspricht schnelle, aber faire entscheidung

„Wir verstehen, dass Teams und Fans gespannt warten“, sagte CAS-Generaldirektor Matthieu Reeb. „Dennoch steht das Recht aller Parteien auf ein fauses Verfahren über allem.“ Eine Beschleunigung des Verfahrens sei möglich, eine Garantie für ein Urteil vor dem Confed-Cup im Sommmer gebe es nicht.

Der senegalesische Verband will indes nicht nur den Titel zurück, sondern auch Köpfe rollen sehen. Eine Korruptionsanzeige gegen mehrere namentlich genannte CAF-Funktionäre ist bereits eingereicht, wie ein Anwalt des Verbandes bestätigte. Die Beweise: interne E-Mails, Schiedsrichter-Protokolle und Tonbänder aus dem Schiedsrichterraum.

Die Show in Paris ist damit mehr als PR-Gag – sie ist eine Kampfansage an den Weltfußballverband. Denn sollte der CAS Senegal recht geben, würde die Trophäe, die am Samstag in Paris gezeigt wird, zum offiziellen Pokal der afrikanischen Meister 2026 erklärt. Die Marokkaner wiederum drohen mit einer Rufschädigungsklage, sollte der Pokal als „gültig“ präsentiert werden.

Für die Spieler ist die Sache klar. Kapitän Kalidou Koulibaly twitterte lediglich ein Foto des Pokals mit dem Kommentar: „Wir wissen, was wirklich passiert ist. Paris wird es sehen.“ Die Botschaft: egal, wie das Urteil ausfällt – die Trophäe bleibt in Dakar, wenn es nach dem Team geht.

Die CAF schweigt bislang zu der Pariser Aktion. Offiziell heißt es, man wolle den laufenden Verfahren nicht vorgreifen. Inoffiziell erklärt ein Insider: „Fall spielt Poker auf Risiko. Entweder er bekommt den Pokal zurück – oder er zieht den gesamten Verband vor den Karren.“

Der Countdown läuft: Noch 48 Stunden bis zum Anpfiff in Paris. Noch 48 Stunden, bis klar ist, ob ein Pokal die Macht verleiht – oder die Macht den Pokal zerstört.