Inter räumt auf: abwehrchefs müssen gehen – sommer-zukunft offen

Mailand schickt seine große Verteidigergeneration in den Ruhestand. Acerbi, Darmian, De Vrij – alle drei erhalten keinen neuen Vertrag. Nur Yann Sommer darf sich Hoffnungen als Nummer zwei machen, doch der Schweizer schwankt.

Sommer bleibt nur als bürge

Guglielmo Vicario steht schon in den Startlöchern. Der englische Nationaltorhüter soll im Sommer für 30 Millionen Euro vom FC Tottenham kommen und die Nummer eins werden. Sommer, 37, kassierte in dieser Saison 14 Gegentore mehr als erwartet – seine Reflexe sind spürbar langsamer geworden. Trotzdem bietet ihm Beppe Marotta eine Backup-Rolle an. Der Verzicht auf einen Ablösebetrag und die Erfahrung im Umgang mit Medien und Kabine sprechen für ihn. Doch Sommer will noch nicht zugesagen, weil er spielt, dass ein Klub wie Bayern oder Dortmund ihn als sofortige Lösung ruft.

Die Abwehr ist ein anderes Kapitel. Francesco Acerbi wird 39, seine Knie halten nur noch 45 Minuten durch. Matteo Darmian lief in dieser Spielzeit nur 412 Minuten auf – ein Muskelbündelriss im September und anschließend ein Syndesmoseband-Desaster. Stefan de Vrij trainiert seit Wochen getrennt, weil seine Sprunggelenke chronisch gereizt sind. Keiner der Drei passt mehr in das Profil „Ball sicher, diagonal spielstark, Pressing-resistent“, das Simone Inzaghi für seine Rautenverteidigung fordert.

Joel ordóñez und oumar solet im fokus

Joel ordóñez und oumar solet im fokus

Der Klub schielt nach jungen, aber erprobten Profis. Joel Ordóñez, 21, aus Brügge kostet 23 Millionen Euro, bringt aber bereits 28 Champions-League-Einsätze mit. Seine Zweikampfquote von 68 % liegt über dem Liga-Durchschnitt. Oumar Solet, 25, spielte in Salzburg gegen Inter, kennt das Tempo. Seine strafrechtlichen Probleme in Udine sind laut Anwalt „in Kürze erledigt“. Die Ablöse: 18 Millionen plus Boni. Beide sollen gemeinsam mit dem verlängerungswilligen Alessandro Bastoni die neue Dreierkette bilden – falls Bastoni bleibt.

Denn der Italiener ist der heimliche Domino. Barça bietet 70 Millionen plus 10 Millionen Boni. Das Geld würde den kompletten Abwehr-Umbau finanzieren und noch einen Linksverteidiger (Borna Sosa) ermöglichen. Intern heißt es: „Wenn Bastoni geht, müssen wir zwei statt eines Neuzugangs planen.“ Carlos Augusto wartet deshalb auf ein Signal. Sein Arbeitspapier läuft 2028 aus, er will garantierte Einsatzzeiten, bevor er unterschreibt. Die Deadline: 15. Juni, Tag des ersten Trainingslager-Termins.

Am Ende bleibt die nüchterne Rechnung: Inter spart 18 Millionen Euro Jahresgehalt, wenn die Altstars gehen. Die Investitionen für Ordóñez und Solet würden sich nach zwei Jahren amortisieren – vorausgesetzt, die neue Abwehr steht nicht wieder unter Strom. Der Countdown läuft, denn am 8. Juli beginnt die Vorbereitung. Wer dann nicht unterschrieben hat, fliegt aus dem Kader – ohne Rückholoption.