Inter ohne calhanoglu und lautaro: so will chivu atalanta bezwingen

Drei Tage nach dem Derby-Remis muss Inter Mailand gegen Atalanta auf Lautaro Martínez, Hakan Calhanoglu und Alessandro Bastoni verzichten – und trotzdem die Serie von neun Pflichtspielsiegen in Folge ausbauen. Die Lösung: Piotr Zielinski übernimmt die Regie, Denzel Dumfries kehrt nach 125 Tagen in die Start-elf zurück und Carlos Augusto rückt für Bastoni ins Zentrum der Abwehr.

Warum dumfries heute unverzichtbar ist

Der Niederländer war zuletzt am 9. November gegen Lazio von Beginn an dabei, dann fiel er mit Syndesmosebandriss aus. Ohne ihn brach rechts die Torgefahr weg: 2023/24 steuerte Dumfries 11 Treffer und 7 Assists in 47 Einsätzen bei – Rekordwerte für einen Außenverteidiger in der Ära Simone Inzaghi. Gegen Bergamo tritt er den Zweikampf mit Luis Henrique an, doch die Physio-Abteilung hat ihm 90 Minuten freigegeben. „Er ist unser Turbo“, sagte Inzaghi gestern noch knapp. Mehr muss man nicht hinzufügen.

Im Mittelfeld übernimmt Zielinski die Spielgestaltung. Der Pole erzielte in den letzten vier Partien zwei Tore und steigerte seine Passquote auf 91 %. Gegen die aggressive Presse von Gian Piero Gasperini wird er mit kurzen Diagonalbällen Marcus Thuram und Francesco Pio Esposito suchen – ein Duo, das seit Lautaros Ausfall kein Tor mehr erzielte. Die Statistik lügt nicht: In den vergangenen fünf Spielen kamen nur fünf Treffer, drei davon nach Standards. Thuram selbst nahm an 72 % der Ballaktionen teil, doch die Effizienz fehlt.

Die bastoni-debatte spaltet mailand

Die bastoni-debatte spaltet mailand

Carlos Augusto rutscht ins defensive Dreigestirn neben Stefan de Vrij und Yann Aurel Bisseck. Der Brasilianer ist linksfüßig, bringt aber nur 1,86 m mit – ein Zentimeter weniger als Gianluca Scamacca, der sich in den letzten drei Spielen drei Mal in den Strafraum hangelte. Für viele Fans ist Francesco Acerbi die bessere Wahl, doch der 36-Jährige stand seit sieben Liga-Partien nicht mehr in der Start-elf. Inzaghi fürchtet seine Geschwindigkeit gegen Lookman und Pašalić.

Die Wahl des Ersatzmanns wird noch heißer diskutiert, seit Franco Lucente, Regionalratsmitglied der Fratelli d’Italia, Bastonis Verleihung des „Rosa Camuna“-Preises für Fairness attackierte. „Pierre Kalulu wurde wegen eines Fouls ausgeschlossen, das er gar nicht begangen hat. Der Schauspieler erhält dafür ein Fairness-Trophy – das ist pervers“, polterte Lucente. Bastoni selbst hält sich raus. Er trainiert individuell, die Rückkehr gegen Florenz am 22. März steht.

Inter hat Atalanta zuletzt neunmal hintereinander besiegt, zuletzt kassierte man vor 2.028 Tagen ein Gegentor gegen die Dea. Doch die Null ist heute gefährdet. Ohne Lautaros Pressing und Calhanoglus Distanztod muss das Mittelfeld tiefer stehen – genau die Lücke, aus der Atalanta in dieser Saison bereits 16 Kontertore erzielte. Wenn Dumfries und Zielinski ihre Comeback-Show gelingt, könnte die Meisterschaft schon heute eine Runde vor dem Derby entschieden werden. Sonst droht Spannung bis zum letzten Atemzug.