Inter jagt vicario: in 30 tagen könnte der deal platzen

Der Himmel über London schüttet sich aus, Guglielmo Vicario spannt den Schirm auf – und die Inter-Fans spüren den Regen bis Mailand. Denn hinter den Wolken kökelt ein Transfer, der in gut vier Wochen über die Bühne springen kann: Vicario soll das neue Gesicht zwischen den Pfosten der Nerazzurri werden, 15 bis 20 Millionen Euro könnten reichen, um Tottenham zu lockern.

Der Schweizer war schon 2023 beinahe eingekocht, doch Onanas letzter Sekunden-Wechsel zu Manchester United blockierte die Operation. Jetzt tickt die Uhr wieder: Vicarios Vertrag läuft 2028 aus, der Klub rutscht Richtung Championship, die Beziehung zu Präsident Levy ist eisig. Für Inter ein Déjà-vu mit Turbo-Zündung.

Warum jetzt alles schnell gehen muss

Die Serie A spielt die Meisterschaft runter, die Premier League die Relegation – ein Parallel-Finale mit direkten Einfluss auf die Ablöse. „Wenn Tottenham fällt, wird Levy zu Verkäufen gezwungen“, wischt ein Berater aus dem Umfeld Marottas die Kaffeefahne vom Tisch. „Dann kostet Vicario keine 25, sondern wir reden über 15 plus Boni.“

Inter hat die Geduld verloren. Sommer verabschiedet sich ende Juni ablösefrei, Pepo Martinez ist nach privaten Turbulenzen unberechenbar. Die Lösung muss her, bevor der Kader am 8. Juli ins Trainingslager fährt. Spinelli, Torwart-Coach mit Vetorecht, schwärmt seit zwei Jahren vom italienischen Fußball-Gymnasiasten Vicario. Kein Geheimnis, nur eine Frage des Timings.

Doch die Frist ist knapp. Marotta setzt aufs Pokern: Erst die Scudetto-Entscheidung, dann die englische Abstiegslotterie. Danach schlägt die Stunde der Verhandlungen – maximal vier Wochen, um Tottenham in die Knie zu zwingen.

Lunin und dibu: die heimlichen alternativen

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Im Hinterzimmer laufen längst die Back-ups. Andriy Lunin wartet im Schatten von Courtois auf seine Chance, will weg vom Real-Bankplatz. Preis: unter 10 Millionen, Gehaltsstruktur: Inter-kompatibel. Eine Uhr, die leise tickt, aber nie ganz stillsteht.

Daneben lacht Emiliano „Dibu“ Martinez vom Aston-Villa-Thron. Der Weltmeister sucht Champions-League-Luft, seine Ablöse liegt laut Beratern bei 25 Millionen plus Prämien. Eine Hausnummer, die Inter nur zahlt, wenn vorher ein Top-Verkauf sprudelt – Pavard, Dumfries, vielleicht sogar Lautaro. Die Kasse stimmt, aber sie will gefüllt bleiben.

Und dann ist da noch die Konstante Yann Sommer. 37 Jahre, Vertrag auslaufend, Profil: erfahren, laut, sicher. Sollte Martinez gehen, würde Inter ihn mit einem Handshake als Zweiter holen – keine Ablöse, kein Risiko, nur ein klares Ende einer Ära.

Kurz gesagt: Drei Szenarien, ein Zeitfenster. Vicario ist der Favorit, Lunin die Spar-Version, Martinez das Luxusrad. Wer zuerst blinkt, bestimmt den Sommer der Nerazzurri.

Die Würfel liegen auf dem Tisch, der Sturm zieht auf – und Vicario? Der hält den Schirm noch gen Himmel, aber im Takt der Regenschläge zählt er laut die Tage bis zum 30. Juni. Danach weiß er: Mailand oder Mittelmaß. Für Inter ist die Rechnung simpel: Entweder 20 Millionen für einen neuen Start – oder ein weiteres Jahr mit der Torwart-Frage offen. Die Uhr tickt, der Regen stoppt nicht.