Inter auf schaulauf: gegen fiorentina droht die nächste rutschpartie

Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt – Ein Punkt aus den letzten zwei Spielen, ein 0:3 im letzten Auftritt in Florenz und die Angst, dass sich die Serie wiederholt. Die Inter-Truppe von Christoph Chivu reist am Sonntag in die Toskana – und mit ihr die Frage, ob die Nerazzurri die Kurve kriegen oder erneut ins Stolpern geraten.

Die geisterstunde von firenze

Der 6. Februar 2025 steht noch immer in den Köpfen der Fans. Kean traf doppelt, Ranieri legte nach, das Franchi tobte. Es war das erste Mal seit Mai 2019, dass Inter in der Serie A mit mindestens drei Toren unterging – und genau diese Erinnerung schwebt über dem morgigen Match. Die Statistik nagt an den Nerven, doch die Realität ist knallharter: Fiorentina hat unter Vanoli vier Punkte aus zwei Spielen geholt und gegen Cremonese sogar 4:1 gewonnen.

Inter hingegen kam im Derby nicht über 1:1 hinaus und kassierte gegen Atalanta ebenfalls nur einen Zähler. Die Tabellenführung schmilzt, der Vorsprung auf den AC Milan beträgt nur noch zwei Punkte. Ein Sieg in Florenz würde die Lücke vor der Länderspielpause auf fünf Punkte erhöhen – und die Köpfe frei machen.

Die bove-parabel

Die bove-parabel

Abseits des Grüns erinnert das Spiel an Edoardo Bove. Der Mittelfeldspieler brach beim letzten Gastspiel im Franchi zusammen, sein Herz stand still. Mittlerweile läuft er in Watford wieder auf und trifft. Die Fans werden ihn feiern – und Inter wird sich erinnern, dass Fußball mehr ist als drei Punkte.

Doch zurück zum Sportlichen: Calhanoglu kehrt in die Startelf zurück, Carlos Augusto behält seinen Platz links. Die Frage ist nicht mehr, wer spielt, sondern wer liefert. Nach dem 0:3 im Februar wirkte die Mannschaft wie gelähmt, die Folge war ein Knick in der Rückrunde. Diesmal will Chivu die Kurve früzer bekommen.

Die Viola hat nichts mehr zu verlieren. Sie stehen auf Platz 15, nur drei Punkte über dem Strich. Für sie ist jedes Spiel ein Finale, für Inter ein Schritt zum Titel. Die Rollen sind klar, die Gefahr ebenso.

Die Zahlen sprechen gegen die Nerazzurri: Kein Sieg in den letzten drei Auswärtsspielen in Florenz, nur ein Tor in den letzten beiden Partien dort. Doch Zahlen sind kein Schicksal. Sie sind eine Aufforderung, sich neu zu erfinden.

Florenz wird wieder laut werden. Die Curva Fiesole wird pfeifen, die Gästeblock wird brüllen. Und irgendwo dazwischen stehen 22 Spieler, die wissen: Wer heute stolpert, der muss nächste Woche hinterherlaufen. Inter hat die Wahl – zwischen Vergangenheit und Zukunft liegt 90 Minuten Gras.