Infantino spottet über italien – wm 2030 könnte auf 64 teams wachsen

Die Eröffnung steht noch bevor, doch Gianni Infantino liefert das erste Foul des Turniers – verbal und gegen Italien. Der FIFA-Präsident nahm die Squadra Azzurra vor laufender Kamera auf die Schippe, schlägt gleichzeitig eine neue Dimension des globalen Fußballs vor: 64 Teams, vielleicht sogar 208, damit auch Italien mal wieder dabei ist.

Es klingt wie ein schlechter Scherz, war aber live im brasilianischen Stream CazeTV zu hören. „Wenn wir 64 Teams nehmen, schafft es vielleicht Italien“, sagte Infantino grinsend, wenige Stunden vor dem Eröffnungsspiel. Der Seitenhieb trifft den viermaligen Weltmeister mitten ins Herz – denn Italien fehlt bei der dritten WM in Folge. Russland 2018? Nicht qualifiziert. Katar 2022? Fehlanzeige. Und 2026 in Mexiko, Kanada und den USA? Auch nicht dabei.

Reaktion aus rom: „ich verstehe ihn nicht“

Andrea Abodi, Italiens Sportminister, ließ sich nicht lumpen. Infantinos Worte hätten ihn „perplex“ zurückgelassen. Die Antwort kommt trocken: „Bei der Entfernung zwischen Italien und Mexiko rede ich lieber telefonisch mit ihm.“ Eine diplomatische Version von: Lass mal klären, was das sollte. Dabei stammt Infantino selbst italienischer Abstammung – die Ironie ist kaum zu überbieten.

Doch der FIFA-Boss schiebt schnell nach. Auch 208 Teams seien denkbar. Eine Zahl, die an Olympia erinnert, wo fast jede Nation startet. Für den Fußball wäre es das Ende der Exklusivität – und der Beginn eines wirtschaftlichen Mammutprojekts.

Conmebol treibt die expansion voran

Conmebol treibt die expansion voran

Hinter dem Vorstoß steckt ein konkreter Plan. Alejandro Domínguez, Präsident des südamerikanischen Verbandes, fordert 64 Teams zum hundertjährigen Jubiläum der ersten WM 1930 in Uruguay. Symbolik trifft auf Milliardenbusiness. Die FIFA prüft laut Infantino bereits, „wie diese erste WM mit 48 Teams läuft“, bevor sie den nächsten Schritt wagt. Der Rat wurde informiert, die Diskussion läuft.

Die WM 2030 wird ohnehin ein geografisches Monstrum: Hauptausrichter sind Spanien, Portugal und Marokko, doch Uruguay, Argentinien und Paraguay bekommen Teile der Gruppenphase. Ein globales Reisefestival – und nun könnte es noch größer werden.

Italien hingegen schaut erneut zu. Vielleicht reicht es 2030 wirklich nur mit 64 Teams. Die bittere Bilanz: drei verpasste Weltmeisterschaften in Serie, ein Präsident, der öffentlich darüber lacht, und ein Sport, der sich fragt, ob Größe wirklich alles ist.