Infantino scheitert: israel-palästina-begegnung endet im eklat
Der 76. FIFA-Kongress sollte ein Fest der Einheit sein, endete aber in einem frostigen Eklat. Während der Großteil der Versammlung wie ein Spaziergang für FIFA-Präsident Gianni Infantino verlief, sorgte ein geplanter Akt der Versöhnung zwischen israelischen und palästinensischen Funktionären für unerwartete Spannungen und offenbarte tiefe Gräben.
Die angespannte atmosphäre vor dem geplanten handschlag
Im finalen Akt des Kongresses lud Infantino überraschend Jibril Rajoub, den Präsidenten des Fußballverbands Palästinas, an die Rednertribüne. Rajoub nutzte die Gelegenheit, um eindringlich auf die Menschenrechtsverletzungen des palästinensischen Volkes hinzuweisen und forderte Schutz für palästinensische Sportler und die Möglichkeit, im eigenen Land spielen zu können. Kurz darauf folgte Basim Sheikh Suliman, der israelische Vizepräsident des Fußballverbands, der jedoch keine eigenen Ausführungen machte, sondern offenbar lediglich als Gegenpart zu Rajoub fungieren sollte.
Infantino hatte offenbar die Idee, die beiden Vertreter gemeinsam an die Tribüne zu bitten und einen symbolischen Handschlag zur Inszenierung sportlicher Einheit zu arrangieren. Doch die Realität sah anders aus. Obwohl sich beide Männer dem FIFA-Präsidenten näherten, kam es zu keinem Gruß. Rajoub zeigte keinerlei Bereitschaft, die Hand zu geben, und unterbrach Suliman mit eigenen Worten, die kaum zu verstehen waren, da er nicht am Rednerpult stand.
Infantino versuchte vergeblich, die Situation zu retten. Nach einem gescheiterten Versuch, einen Handschlag zu initiieren, appellierte er an die Versammlung: „Dank an die beiden Vertreter Israels und Palästinas, die die gleichen Rechte, die gleichen Pflichten und Verpflichtungen als Mitglieder der FIFA haben. Wir werden zusammenarbeiten, lasst uns das tun, um den Kindern Hoffnung zu geben.“ Seine Worte wirkten angesichts des frostigen Klimas jedoch hohl.

Rajoubs harte worte nach dem kongress
In der Mixed Zone erklärte Rajoub, warum er sich gegen einen Handschlag mit Suliman entschieden hatte. Er betonte, dass er kein Problem mit Infantino habe, der das Recht habe, seine Position als FIFA-Präsident zu verteidigen. Allerdings kritisierte er die Haltung des israelischen Vertreters scharf: „Er hat in seiner Rede die Vorgänge der israelischen Föderation gegen die Palästinenser ignoriert, einschließlich der Organisation offizieller Aktivitäten in den besetzten Gebieten. Daher respektiere ich und schätze Infantinos gute Absichten, aber ich kann demjenigen nicht die Hand geben oder ein Foto mit ihm machen, der versucht, diese neue israelische Regierung zu decken – eine Regierung, die meiner Meinung nach an eine neue Nazi-Regierung erinnert.“
Die Weigerung Rajoubs, die Hand zu geben, verdeutlicht die anhaltenden politischen und emotionalen Spannungen zwischen Israel und Palästina und zeigt, dass der Fußball, obwohl er als verbindendes Element dienen soll, oft nur ein Spiegelbild der Realität ist. Die Hoffnung auf sportliche Einheit scheint in diesem Fall weiter entfernt denn je.
