Infantino kündigt historische wm und neue fußball-offensive an
Vancouver – Gianni Infantino, der Präsident der FIFA, hat auf dem 76. FIFA-Kongress in Vancouver weitreichende Pläne für die Zukunft des globalen Fußballs vorgestellt. Von einer historischen Weltmeisterschaft mit 48 Teams bis hin zu einer neuen Ära der finanziellen Unterstützung für kleinere Nationen – die Ankündigungen des FIFA-Chefs lassen auf tiefgreifende Veränderungen hoffen.
Die fifa: mehr respekt und finanzielle stabilität
Infantino betonte die bemerkenswerte Entwicklung der FIFA in den letzten zehn Jahren. „Wir sind respektierter denn je, wir haben eine Stimme und sind präsent“, so der Präsident. Die Neuausrichtung der FIFA habe sich vor allem in drei Bereichen gezeigt: Governance, interne Reformen und die Weiterentwicklung der Wettbewerbe sowie der kommerziellen Reichweite. Besonders hervorgehoben wurde die gesteigerte Transparenz: „Jeder Dollar wird nachvollziehbar“, versicherte Infantino.
Doch es geht um mehr als nur finanzielle Stabilität. Der FIFA-Präsident machte deutlich, dass die Organisation eine Verantwortung gegenüber allen Mitgliedern trägt. „Ihr entscheidet über die Zukunft des Fußballs“, erklärte Infantino und kündigte eine wichtige Konferenz in Miami vor Beginn der Weltmeisterschaft an, auf der entscheidende Themen diskutiert werden sollen. Das Covid-Fonds, gespeist mit 500 Millionen Dollar, habe das Überleben des Fußballs in schwierigen Zeiten ermöglicht, und die FIFA investiert weiterhin massiv in die Entwicklung des Sports, mit 5 Milliarden Dollar bereits in der Vergangenheit und 2,7 Milliarden Dollar geplant für das Programm „Forward“.

Respekt auf dem platz – und darüber hinaus
Ein zentraler Punkt von Infantinos Rede war die Forderung nach mehr Respekt im Fußball. Er kündigte an, dass das Spielreglement angepasst wird, um unsportliches Verhalten zu ahnden. „Wir investieren in die Regeln des Spiels“, erklärte Infantino, „und wer sich den Mund vors Gesicht hält oder das Spielfeld verlässt, wird eine rote Karte sehen. Respekt ist entscheidend – wenn man etwas zu sagen hat, sollte man es auch zeigen.“
Besonderen Lob erteilte Infantino den Nationalmannschaften von Spanien und Argentinien, deren Erfolge er mit dem spanischen Sprachraum in Verbindung brachte. „Es scheint, dass Spanisch die Sprache der Gewinner ist“, scherzte Infantino und deutete an, dass der Erfolg von Spanien und Argentinien möglicherweise einen Zusammenhang mit der Sprache habe. Die kommende Weltmeisterschaft mit 48 Teams verspricht dabei ein Spektakel zu werden, mit Teams aus aller Welt, darunter einige, die nach langer Abwesenheit wieder dabei sind, wie Haiti, Jordanien und Curazao.

Neue wettbewerbe und eine investition in die jugend
Neben der Weltmeisterschaft betonte Infantino den Erfolg des erweiterten Klub-Weltpokals, der die Vielfalt des Fußballs auf beeindruckende Weise demonstrierte. Mit Chelsea und PSG standen sich zwei Mannschaften gegenüber, deren Kader Spieler aus 16 verschiedenen Ländern und fünf Kontinenten repräsentierten. Auch der Frauenfußball profitiert von der neuen Strategie: Die Weltmeisterschaft wird von 24 auf 32 Teams und schließlich auf 48 Teams erweitert. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Einführung des U15-Weltmeisterschaften, um in die Jugend zu investieren. „Die kommerzielle Bedeutung ist entscheidend, um diese Entwicklungen zu finanzieren“, so Infantino.
Kritiker mögen die hohen Ticketpreise bemängeln, doch Infantino verteidigte die Preisgestaltung. „Wir hatten 500 Millionen Ticketanfragen und konnten 90 Prozent verkaufen. Es gibt zwar teure Tickets, aber auch erschwingliche“, betonte er. Die Einnahmen seien notwendig, um den Fußball weiterzuentwickeln, und die FIFA konzentriere sich auf Sponsoring und Fernsehrechte. „Aber unser wichtigstes Prinzip ist, dass alle 211 Mitgliedsverbände vor unseren Augen gleich sind.“
