Hyundai ioniq 6 n line: 325 ps, 570 km reichweite – das neue kraftpaket aus korea

Die Hyundai Ioniq 6 wurde frisch gemacht – und tritt jetzt auch als N Line an. 325 PS, 84 kWh-Batterie, 800-Volt-Lader, 18 Minuten für 10-80 % – das klingt nach Langstrecken-EV ohne Kompromisse. Doch die erste Ausfahrt bei Reggio Emilia zeigt: Dahinter steckt mehr als ein Facelift.

Design: länger, flacher, aggressiver

4,93 m Länge (+7,5 cm) ergeben eine echte Oberklasse-Limousine. Die „Streamliner“-Silhouette bleibt, doch der neue N Line setzt auf gezackte Lufteinlässe, einen markanten Ducktail-Spoiler und 20-Zoll-Felgen mit 245/40-Reifen. Der cW-Wert sinkt trotzdem kaum – 0,21 ist Wegweisendes im Segment. Die Pixel-Leuchten sind jetzt schmaler, die Doppelspoiler-Optik fällt der Form wegen flach aus.

Innenraum: alcantara trifft 800-volt-technik

Innenraum: alcantara trifft 800-volt-technik

Im Cockpit dominiert der neue Drei-Speichen-N-Lenkrad, rote Kontrastnähte und eine Aluminium-Pedalerie. Die 12,3-Zoll-Doppeldisplays bleiben, doch Hyundai spendiert endlich wieder echte Tasten für Klima und Lautstärke. Beinfreiheit hinten: üppig. Kofferraum: lediglich 401 l, dafür 14,5 l Frunk für Ladekabel. Die Plattform E-GMP erlaubt trotzdem einen flachen Boden – Familien kommen ohne Tunnel aus.

Batterie und antrieb: 84 kwh bringt 570 km

Batterie und antrieb: 84 kwh bringt 570 km

Die Neuheit heißt 84-kWh-Pack. Basis bleibt 63 kWh mit 170 PS und 521 km Reichweite. Die große Variante bietet 229 PS (Heck) oder 325 PS (Allrad) bei bis zu 680 km WLTP – mit 20-Zöllern schrumpft die Reichweite auf 570 km. An 350-kW-Säulen steigt die Ladekurve bis 238 kW, im Schnitt 18 Minuten für 10-80 %. Vehicle-to-Load (V2L) erlaubt 3,6 kW extern – genug für den Wohnwagen-Kühlschrank.

Fahrdynamik: 2,1 tonnen, die sich anfühlen wie 1,6

Fahrdynamik: 2,1 tonnen, die sich anfühlen wie 1,6

605 Nm sofort verfügbar – das war im Test auf den Emilia-Hügeln spürbar. Die N-Line-Dämpfer sind straffer, aber nicht hart; die Lenkung liefert echten Biss. Die One-Pedal-Modi lassen sich per Schaltpedale in fünf Stufen justieren, das Smart-Regen-System nutzt Navi-Daten, um Rekuperation automatisch anzupassen. Resultat: 16,2 kWh/100 km auf der Mischstrecke – für diese Größe ein Wert, der selbst Tesla-Ingenieure aufhorchen lässt.

Preis und marktstart

Preis und marktstart

Hyundai nennt offiziell noch keine Zahl, aber Händler in Italien liegen laut Insider bei 59 900 Euro. Die ersten N Line AWD stehen ab Mai in den Showrooms, deutsche Auslieferung folgt im Juni. Wer bis dahin bestellt, profitiert von drei Jahren Bluelink-Vollzugriff und 5-Jahre-Garantie ohne Kilometerlimit.

Die Konkurrenz schläft nicht: BMW i4 eDrive35 kostet ähnlich, bietet aber nur 430 km Reichweite. Tesla Model 3 Long Range kommt auf 602 km, hat jedoch 250 Euro mehr Listenpreis – und keine 800-Volt-Architektur. Hyundai liefert damit ein Rundum-Paket, das Sportlichkeit und Langstrecke verbindet, ohne nach Kohle zu schreien. Wenn das kein Signal an die Premium-Herstern ist.