Hürzeler bleibt hart: „ich werde nie so gewinnen wollen“

Fabian Hürzeler zieht nach. Der Brighton-Coach hat seine Kritik am Zeitspiel von Arsenal nicht nur wiederholt, sondern sie mit einer persönlichen SMS an Mikel Arteta untermauert. „Ich wollte niemanden verärgern, aber ich stehe zu meinem Wort“, sagte der 33-Jährige am Freitag. Die Botschaft: Respekt ja, Anpassung nein.

Der ball war 30:51 minuten tot – ein premier-league-rekord

Die Zahlen sprechen für ihn. Beim 0:1 gegen Arsenal blieb das Spielgeschehen exakt 30 Minuten und 51 Sekunden unterbrochen – Negativrekord in dieser Saison. Das ärgerte Hürzeler so sehr, dass er nach dem Schlusspfiff öffentlich attackierte: „Es muss eine Grenze geben, und diese Grenze müssen die Schiedsrichter setzen.“

Die Worte hallten bis in die internationalen Medien. Premier-League-Referees-Chef Howard Webb nahm Kontakt auf, die FA protokollierte die Szene. Hürzeler aber rudert nicht zurück. Im Gegenteil: Er legt nach. „Wir brauchen klare Regeln gegen Zeitverschwendung, sonst wird der Sport zum Theater“, fordert er.

Sms an arteta: „du bist ein vorbild, aber…“

Sms an arteta: „du bist ein vorbild, aber…“

Was kaum jemand wusste: Hürzeler schrieb Arteta noch in der Nacht nach dem Spiel eine Sprachnachricht. „Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn als Trainer verehre, aber dass ich meine Meinung nicht runterschlucken kann“, verrät er. Die Antwort des Spaniers sei professionell gewesen, mehr wollte keiner der beiden preisgeben.

Derlei Dialoge sind in der Premier League selten. Dort gilt: Angriff ist die beste Verteidigung – auch auf der Pressekonferenz. Hürzeler aber setzt auf Transparenz. „Selbst wenn man ein kleinerer Verein ist, darf man die Wahrheit sagen“, erklärt er. Das klingt nach Kampfansage an die etablierte Top-6-Diktion, die Kleinere gern mundtot macht.

Der nächste test kommt – und mit ihm die frage der konsequenz

Der nächste test kommt – und mit ihm die frage der konsequenz

Am Samstag gastiert Brighton in Sunderland. Schiedsrichter wird Michael Oliver sein, bekannt für striktes Zeitspiel-Management. Für Hürzeler eine kleine Genugtuung. „Ich werde der Erste sein, der Arsenal gratuliert, wenn sie Meister werden“, sagt er. Doch bis dahin bleibt er Wachhund.

Die Liga schaut auf ihn. Denn wenn ein 33-jähriger Rookie-Trainer die große PR-Maschine von Arsenal ins Wanken bringt, spricht das Bände über die Macht der Worte – und über die Ohnmacht der Regeln. Die Uhr tickt. Oliver pfeift um 16 Uhr an. Die Premier League schaut genau hin. Und Hürzeler auch.