Hrgota knallt fürth aus der krise – elversberg bleibt auf dem trockenen

Ein Schlag aus 23 Metern, ein zitternder Elfmeter und ein Teenager, der nachlegt: Die SpVgg Greuther Fürth hat den Tabellendritten SV Elversberg mit 2:0 ausgebremst und springt zumindest für 24 Stunden vom Relegationsplatz auf Rang zwölf.

Die Zahlen vor dem Spiel waren klar: Elversberg hatte dreimal so viele Tore wie Fürth, elf Punkte mehr und die beste Auswärtsbilanz der Liga. Was die Statistik nicht wusste: Branimir Hrgota trägt seit diesem Freitag wieder Kapitänsbinde und Dampfhammer im rechten Fuß.

Die szene, die alles dreht

42. Minute, Stand 0:0, Zuschauer schon halb eingeschlafen. Fürth gewinnt den Ball in der Luft, Dennis Srbeny legt ab und Hrgota zieht aus der zweiten Reihe ab. Die Kugel schlägt genau ins rechte Kreuzeck – Nicolas Kristof fliegt, aber er fliegt zu spät. Der Kroate rennt nicht zum Fansblock, er rennt zur Bank, riss sich die Armbinde hoch und brüllt: „Wir leben noch!“

Was danach folgt, ist kein Fußball-Märchen, sondern ein Kampf gegen die eigene Angst. Elversberg dominiert, dreht auf, aber das Leder will nicht rein. Immanuel Pherai schiebt frei vor Silas Prüfrock am langen Pfosten vorbei. Dann der Knockout-Szenario: Prüfrock foult Lukas Petkov – Elfmeter, 73. Minute. Petkov legt den Ball, zögert, zielt – und jagt ihn in die Wolken über der Frankenarena. Die Kurve hinter dem Tor brüllt sich heiser, die Elversberger Bank schaut auf den Rasen, als hätte jemand die Steckdose gezogen.

Nachspielzeit mit paukenschlag

Nachspielzeit mit paukenschlag

Statt dem erwarteten 1:1 fällt das 2:0. Lukas Reich, 19 Jahre, erst viertes Profispiel, erntet einen Einwurf, tanzt innen außen, schlenzt ins lange Eck. 90.+6 – Spielende, Tabellenknall. Fürth hat vier Spiele in Folge nicht verloren, Elversberg erstmals seit Oktober wieder zwei Niederlagen am Stück.

Trainer Alexander Zorniger pumpt nach Abpfiff die Faust, als wolle er das Stadiondach abreißen. „Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur überleben wollen, sondern auch Fußball spielen können“, sagt er mit heiserer Stimme. Auf die Frage, ob der Klassenerhalt jetzt greifbar sei, lacht er trocken: „Erst mal schlafen, dann rechnen.“

Die Tabelle lügt nie, aber sie schlägt auch keine Purzelbäume. Fürth reduzierte den Rückstand auf den Relegationsplatz von fünf auf zwei Punkte. Elversberg muss am Sonntag zusehen, wie Darmstadt oder Köln vorbeiziehen können. Die Saison ist noch lang, aber in Fürth glaubt man wieder an das Wunder. Und wer einmal geglaubt hat, der kann auch wieder gewinnen.