Nürnberger schießt darmstadt mit eigentor ans schalke-bein

Fünf Minuten, zwei Tore, ein Darmstädter. Fabian Nürnberger lieferte am Freitagabend in Magdeburg eine Kurzform des Fußball-Hickhacks: 1:0 für die Hausherren, 1:1 für die Gäste – und beide Male war er schuld. Die Lilien verpassten dank seiner Doppelschlag-Solo-Show die Tabellenführung, bleiben einen Zähler hinter Schalke 04, das am Sonntag gegen Hannover nachlegen kann.

Die nordkurve blieb stumm – der sport sprach trotzdem

Statt der sonst ohrenbetäubenden Choreo aus Block B standen die Magdeburger Ultras strafversetzt auf der Gegengerade. Die Blocksperre nach den Krawallen im Januar gegen Dynamo Dresden verwandelte das Stadion in einen halbverwandelten Saal, in dem das Spiel selbst die Hauptrolle übernahm. Und es lief wie gehabt: Der FCM dominiert, der SVD rettet. Marcel Schuhen wehrte gegen Falko Michel (8.) und Dariusz Stalmach (35.) ab, Mateusz Zukowski schoss nach einem Patzer freistehend drüber (33.).

Dann die 62. Minute. Nürnberger will eine Bogenlampe klären, trifft sie volle Wucht – und versenkt den Ball aus 14 Metern unhaltbar links unten. Immerhin: Vier Minuten später nimmt derselbe Mann Maß, diesmal mit links, diesmal ins richtige Tor. 25 Meter, halbhoch, keine Chance für Dominik Reimann. „Ein klassisches Fußball-Karma“, sagte Darmstadts Coach Florian Kohfeldt, „wir haben es kommen sehen und trotzdem nicht verhindert.“

Kohfeldt bleibt daheim unbesiegt – magdeburg im keller festgenagelt

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Die Statistik nagelt den FCM nach 26 Spieltagen auf den letzten Platz fest, nur 18 Punkte, das Minimalziel Abstiegsrelegation liegt vier Zähler entfernt. Nächste Woche geht’s nach Münster zum Kellerduell, Trainer Christian Titz sprach von „einer Pflichtaufgabe mit Ansage“. Darmstadt dagegen empfängt Schalke am Samstag im Böllenfalltor, wo die Lilien in dieser Saison noch kein Spiel verloren haben. „Wenn wir dort unsere Norm abrufen, ist der Spitzenplatz kein Wunschdenken mehr“, sagte Kohfeldt.

Die Zahlen sprechen für ihn: 24 Punkte aus neun Heimspielen, kein Gegentor seit 265 Minuten. Die Frage ist nur, ob Nürnberger dann wieder zweimal ins Netz trifft – oder endlich nur noch ins richtige.