Hércules rettet sich mit zehn-mann-sieg: playoff-tor nur zwei punkte entfernt

9.754 Stimmen schmettern durch das José Rico Pérez, und beim Schlusspfiff klingt darin endlich wieder Hoffnung: Der Hércules CF schlägt Marbella FC 2:0, rückt auf Rang sieben vor und schnüffelt am Aufstiegsplayoff. Die Aufgabe gegen den Tabellenvorletzten war keine Galavorstellung, sondern ein nacktes Überlebensdrama – und genau das macht die Blaugrana wieder gefährlich.

Escassi-aussetzer wirft marbella aus dem konzept

Nach Viertelstunde erstickt der Andalusier Alberto Escassi einen Konter im Keim, reißt Toril um – Rot. Von da an operiert Marbella mit der Kettenreaktion 4-4-1, doch der Hércules nutzt den Extra-Mann, nicht sofort, aber gnadenlos effizient. Andy verwandelt den fälligen Elfmeter (32.), Toril setzt nach einer Solo-Phase den Deckel drauf (45.+2). Mit 2:0 geht’s in die Kabine, mit 2:0 bleibt es am Ende – ein Resultat, das die Statistik sofort in neue Playoff-Prognosen umrechnet.

Die Zahlen sind hart: Marbella bleibt bei 28 Punkten, neun Zähler hinter Rettung, und muss fortan „Drei-Punkte-Modus“ spielen, wie Trainer Juan Rodríguez nach der Partie resigniert einräumt. Hingegen beträgt der Vorsprung des Hércules auf Villarreal B nur zwei Zähler, und es warten noch acht Finals.

Company-ballett zwischen kontrol und klinik

Company-ballett zwischen kontrol und klinik

Beto Company verlangte nach dem 0:1 gegen Betis Deportivo „Kopf statt Krawall“ – seine Elf lieferte Kopf und Kondition. Calavera und Escudero regelten das Tempo, Unai Ropero schob die Räume eng, während Toril die Lücken fand. Die größte Chance auf das dritte Tor vergab Guti in der Nachspielzeit, doch selbst das 2:0 reichte, weil Marbella ohne Escassi keinen einzigen Torschuss zustande brachte.

Die Fans feierten nicht nur die Tore, sondern jeden Ball, den Javi Jiménez in der eigenen Hälfte liegen ließ – ein Symbol: Der Hércules hatte das Spiel, nicht das Ergebnis, im Griff. Genau diese Reife kann in den letzten acht Spieltagen den Unterschied machen.

Nächste Woche geht’s nach Alcorcón, selbst Platz-8-Gegner und direkter Konkurrent. Ein Sieg dort würde den Blaugrana nicht nur vorbeiziehen lassen, sondern auch das Heimrecht im möglichen Playoff-Halbfinale festzurren. Das José Rico Pérez träumt wieder von der Segunda, und diesmal wirkt der Traum weniger Wunschdenken denn Notwendigkeit – denn wer so souverän mit zehn Gegnern umgeht, darf endlich wieder über sich hinauswachsen.